Köln - Die offene Drogenszene - sie ist wieder da.Jahrelang war es der Polizei gelungen, die Junkies und Dealer am Neumarkt zu verdrängen. Mit Platzverweisen belegt durften sie nicht mehr in die City - wer doch erwischt wurde, kassierte hohe Ordnungsstrafen.
Jetzt überrascht die Polizei mit dieser Aussage: „Wir wollen die offene Drogenszene nicht mehr zerschlagen,“ so Sprecher Wolfgang Baldes.
Bereits vor Wochen gab es mehrere Beschwerden von Geschäftsleuten, die sich über das Treiben rund um den Kiosk an der Südseite beschwerten. Motto: Wenn die Junkies hier sind, meiden Kunden den Neumarkt.
Schuhverkäuferin Doris Hagen (47): „Die Leute sind verunsichert, wenn sie aus der Bahn steigen und sich an 50 Junkies vorbeidrücken müssen, die zugedröhnt und mit Bierflaschen in der Hand dort stehen.“
Für die Polizei ist jedoch nur ein Eingreifen möglich, wenn Straftaten verübt werden. Sprecher Baldes: „Im City-Bereich ist die Beschaffungskriminalität zurückgegangen. Es gibt weniger Autoaufbrüche und Diebstähle. Von daher müssen wir mit der Szene leben.“ Und er gibt zu: „Wir wollen die Leute nicht vertreiben, denn wir wollen sie im Blick behalten.“
Ein Drogenfahnder stellt das Problem anders dar. „Wenn wir uns, wie nach den Beschwerden der Geschäftsleute, mal mit 15 Mann eine Woche lang mit der Szene dort beschäftigen, kommen da fünf Anzeigen zusammen. Und das ist der Führung dann zu viel Aufwand für ein paar Anzeigen.“ Zudem bedeute ständiges Kontrollieren der Szene auch in der Statistik viele Fälle - und wenig Kontrollen entsprechend weniger Kriminalität.
Von nun an gehören Junkies also wieder zum Stadtbild.
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