Empfehlen | Drucken | Kontakt12.03.2010 - 08:50 Uhr

Anabolika-Handel!: Die Akte des Ex-Paten Bülent B.

Von OLIVER MEYER und HENDRIK PUSCH
Foto: Kâsmacher
Köln –  

Er sitzt wieder hinter Gittern: Ex-Pate Bülent B. (39), der Mitte der 90er Jahr die Ringe mit 120 Mann beherrschte, soll jetzt mit verbotenen Anabolika gehandelt haben und wurde verhaftet (EXPRESS berichtete).

B. hatte im Mai 2000 sechs Jahre Haft kassiert - wegen Schutzgelderpressung und gefährlicher Körperverletzung.

Insider behaupten, Bülent habe damals „gesungen“ - und sei so früher freigekommen. Allerdings unter der Auflage, sich nie wieder auf den Ringen zu betätigen. Ein Freund von B.: „Er machte kurz danach weiter, erst in Aachen und dann in Düsseldorf. Er übernahm Clubs und mischte wieder im Milieu mit.“ Wenn es dunkel war, wagte er sich auch mal nach Köln und traf sich mit seinem alten Kumpel T. (34).

Seit Mittwoch muss B. nun wieder brummen. Während sein Strafverteidiger Gottfried Reims glaubt, sein Mandant sei unschuldig und er könnte dies auch beweisen, hat die Kripo den Verdacht, dass die ehemalige Ring-Größe tief im Anabolika-Handel verwickelt sei.

Ring-Pate Bülent B. vor zehn Jahren, als ihn Beamte eines Sondereinsatzkommandos (SEK) zum Prozess ins Landgericht bringen.
Ring-Pate Bülent B. vor zehn Jahren, als ihn Beamte eines Sondereinsatzkommandos (SEK) zum Prozess ins Landgericht bringen.
Foto: Oliver Meyer

Mit drei Kumpels soll er einen europaweiten Arzneimittelhandel aufgezogen haben. In Spanien sollen sie durch gefälschte Papiere über 420 Kilo verbotener Substanzen wie „Stanozolol“ bestellt haben, das in der Bodybuilder-Szene als Dopingmittel genutzt wird. Die Abnehmer saßen meist in Ungarn und sind ehemalige Türsteher. Das BKA und die Guardia Civil führten seit Weihnachten 2009 die verdeckten Ermittlungen.

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