Er muss nicht in den Knast! Müll-Multi Hellmut Trienekens (71) hat am Freitag ein Geständnis abgelegt, schwarze Kassen in der Schweiz zugegeben. Im Gegenzug versprach ihm der Vorsitzende Richter Ralf-Peter Sossna eine Bewährungsstrafe: Der Trienekens-Kuhhandel!
Es war ein Paukenschlag, gleich zu Beginn des 2. Verhandlungstags in Saal 112 des Kölner Landgerichts: „Wir haben Gespräche mit der Verteidigung geführt“, erklärte Richter Sossna. In fünf Punkten der Anklage lasse sich Hellmut Trienekens geständig ein.
Das Ergebnis des Kuhhandels zwischen Gericht und Trienekens-Anwalt Dr. Norbert Gatzweiler: Kein Knast, im Höchstfall eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren, mindestens aber 18 Monate. Dazu eine saftige Geldstrafe, die in zweistelliger Millionenhöhe liegen dürfte.
„Herr Trienekens, stimmen Sie dem zu? Dann nicken Sie bitte einmal.“ Trienekens nickte. Auch Staatsanwalt Robert Bungart stimmte dem Deal zu, danach verlas Verteidiger Dr. Norbert Gatzweiler das schriftliche Geständnis seines Mandanten.
Trienekens gab zu, Scheinleistungen einer schweizer Tochterfirma bezahlt zu haben. Dies sei in „guter Absicht“ geschehen, um die Auslandsaktivitäten zu fördern.
Am 23. März soll das ausgehandelte Urteil fallen, die Zahl der Verhandlungstage reduziert sich damit von 66 auf 3. Trienekens dürfte ein Stein vom angeschlagenen Herzen gefallen sein. Mit persönlichem Leibarzt und Notfall-Koffer hatte er auf der Anklagebank Platz genommen. Der erste Prozesstag am 26. Februar wäre fast geplatzt, weil der Müll-Millionär unter Bluthochdruck litt.
Damit endet auch das letzte Verfahren gegen Trienekens im Zusammenhang mit dem 2002 aufgedeckten Kölner Müllskandal, über den mehrere Top-Manager und Politiker stolperten. Im November 2009 hatte er sich mit einer Millionenzahlung vor dem Bonner Landgericht freigekauft, entging so einem Bestechungs-Prozess.
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