Hier kommt das Adventshochwasser! Für Montag werden mehr als sechs Meter Kölner Pegel erwartet. Und dies obwohl der Rhein vor kurzem noch bei 94 Zentimetern dümpelte. Wie geht das denn?
Der Basteiparkplatz ist gesperrt, die Uferpfade können nur noch mit Gummistiefeln betreten werden, in Rodenkirchen sind erste Stützen für die mobilen Schutzwände aufgestellt und erste Spielplätze geflutet, mehrere Pumpen im Kanalnetz sind in Betrieb, die Schiffe müssen in der Mitte des Flusses fahren - Vater Rhein meldet sich zurück, nachdem er uns vorher einen Rekord-Tiefstand beschert hat:
94 Zentimeter Wasserstand am 1. Dezember 2011 (Messung um 13 Uhr), das entspricht dem niedrigsten Dezemberwert, der je in diesem Monat seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1816 registriert wurde.
So wird es noch deutlicher - und um es mit dem Lieblingsbild von Hochwasserpapst Reinhard Vogt auszudrücken: Am 1.Dezember, als wir den historischen Tiefstand hatten, flossen 3500 Badewannen pro Sekunde am Betrachter vorbei, jetzt sind es 20.000.
„Sonntag stieg der Rhein um anderthalb Zentimeter pro Stunde, von Samstag auf Sonntag waren es zwischen acht und elf Zentimeter,“ erklärt Marlene Willkomm, stellvertretende Leiterin der Hochwasserschutzzentrale: „Am Montag wird wohl ein Höchststand zwischen 6,20 Metern und 6,50 Metern erreicht.“
So rasant stieg der Pegel in den letzten Wochen (letzter Wert: Prognose):
| Datum | Pegel |
| 1.12 | 0,94 m |
| 4.12 | 1,02 m |
| 6.12 | 2,13 m |
| 8.12 | 2,64 m |
| 10.12 | 3,49 m |
| 12.12 | 3,67 m |
| 14.12 | 3,57 m |
| 16.12 | 3,81 m |
| 18.12 | 5,89 m |
| 19.12 | 6,20-6,50 m |
Dass der Rhein seit Anfang Dezember um mehr als fünf Meter gestiegen ist, bringe keine Probleme mit sich. „Das ist ein normales Adventshochwasser.“ Die Ursache liegt in den starken Regenfällen der letzten Zeit.
Das Wetter bleibt auch weiter ungemütlich: „Bis Weihnachten sind Regen und Schnee angesagt“, so Marlene Willkomm. Über die Feiertage müssen die Kölner also weiter mit einem mächtigen „Vater Rhein“ rechnen.
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