Wir stellen ein. Die Stadt sucht einen Stadtkämmerer. Einen Kölner Finanzminister mit rund 8500 Euro Lohn im Monat. Das geschieht per öffentlicher Ausschreibung, die zurzeit in ganz Deutschland läuft. Das ist so Gesetz. Dabei ist in Köln eigentlich schon klar, wer es am Ende werden soll.
Nämlich der grüne Ratspolitiker und Fraktionsgeschäftsführer Jörg Frank. Dafür würden Grüne und Genossen schon sorgen, pfeifen die Ratshausspatzen.
Originell ist, dass Rot-Grün der schwarz-gelben Landesregierung dafür eine Mitverantwortung zuschiebt. Die in Düsseldorf hätten ja schließlich die Stichwahl für das Amt des Oberbürgermeisters abgeschafft. Und so dafür gesorgt, dass sich die Kölner SPDmit den Grünen auf einen gemeinsamen OB-Kandidaten einigen musste.
Das taten sie mit Jürgen Roters. Doch in den Vorab-Koalitionsverhandlungen verlangten die Ökos dafür einen Preis: Wir bestimmen, wer Stadtkämmerer wird.
Von Klüngel wollen weder SPD noch Grüne etwas wissen. Schließlich wurde diese Verabredung von dem Parteivolk offen abgesegnet. Klüngel mal transparent.
Die SPD ist verpflichtet, jeglichen grünen Kandidaten zu wählen. Und sei es Graf Zahl von der Sesamstraße. Das wird SPD-Parteichef Jochen Ott zunehmend unheimlicher: „Es wäre hilfreich, wenn die Grünen mal sagen würden, wen sie eigentlich wollen.“
Doch offiziell drucksen die Grünen herum, auch Frank will sich nicht äußern. Es läuft ja noch die formale Ausschreibung. Die entwickelt eine Eigendynamik (selbsterfüllende Prophezeiung). Da inzwischen überall bekannt ist, dass Frank es eigentlich werden und damit jeder andere scheitern soll, wird natürlich kein ernstzunehmender Experte seinen Hut in den Ring werfen wollen.
Am Ende wird sich der Finanzexperte Frank, dessen Qualifikation niemand in Zweifel zieht, in dem Auswahlverfahren durchsetzen. Ob deshalb die Stadt jede Auskunft darüber verweigert, wie viele Bewerbungen eingegangen sind, ist nicht belegt.
Immerhin sagt der Grüne Parteichef Stefan Peil zumindest so viel : „Jörg Frank ist ein qualifizierter Bewerber.“
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