Beim FC-Spiel gegen den HSV, da wehte das Spruchband im Fanblock: „Ihr seid Künstler und wir nicht!“
Die Proteste werden immer lauter: Ein Bürgerbegehren zur Sanierung des Schauspielhauses wurde gestartet, ein Protestwagen fährt im Rosenmontagszug mit, die Unterstützer-Liste wird immer länger.
Ihr Argument: Eine Sanierung von Oper und Schauspiel würde 255 Mio Euro kosten, den Deckel von 295 Mio Euro für den Neubau unterschreiten.
Bis zum 15. März sollen 30.000 Unterschriften gesammelt sein. Dann müsste der Rat über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden.
Bereits 2007 und 2008 hatte der Rat in Grundsatzentscheidungen klargemacht: Die Oper wird saniert, das Schauspielhaus neu gebaut. 230 Millionen Euro sollte das maximal kosten. Dann deckte EXPRESS auf: Die Kosten explodierten auf 364 Millionen Euro. Der Rat diskutierte erneut und beschloss am 17. Dezember abermals die Opernsanierung und den Schauspiel-Neubau – diesmal für maximal 295 Millionen Euro.
Sie ist die Galionsfigur der Schauspielhaus-Fans: Intendantin Karin Beier kämpft seit der Kostenexplosion für den Erhalt des Riphahn-Baus – und das Ensemble steht hinter ihr: „Die Sanierung ist die bessere Alternative!“ Kosten und Zeitrahmen seien wesentlich überschaubarer.
Auch Kolumba-Direktor Dr. Stefan Kraus ist dafür: „Oper und Schauspielhaus gehören zur besten Nachkriegs-Architektur von Köln!“
Skeptisch dem Neubau gegenüber sind auch die Grünen: „Wir müssen die Zahlen genau prüfen, um sicher zu sein, dass eine Sanierung nicht besser und wesentlich preiswerter wäre“, sagte Brigitta von Bülow.
Sie sind die Gegner im eigenen Lager: Opern-Intendant Uwe Eric Laufenberg und Finanz-Chef Patrick Wasserbauer befürworten den Neubau: „Er würde dem Theater neue Möglichkeiten bieten.“ Eine Sanierung, so befürchtet Laufenberg, würde länger dauern als ein Neubau und das Theater auf dem Stand von 1960 belassen.
Dr. Eva Bürgermeister, kulturpolitische Sprecherin der SPD: „Wir versprechen uns von einem Neubau eine Verbesserung des Stadtraums analog zum Masterplan von Albert Speer, eine Optimierung der Betriebsabläufe an den Bühnen und Zeitersparnis gegenüber einer Sanierung.“
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