Die Telefone klingeln, die E-Mail-Ordner quellen über, die Auftragsbücher sind voll. 2010 war für viele Kölner Unternehmen ein echtes Boomjahr. Vor allem die kleineren und mittleren Unternehmen räumten groß ab.
Und auch das Konjunkturbarometer für 2011 zeigt steil nach oben. Die gute Ausgangssituation trägt jetzt Früchte: Am Dienstag veröffentlichte die Agentur für Arbeit Köln die Arbeitslosenzahlen für Dezember – sie sind so niedrig wie seit 18 Jahren nicht mehr. Die Zahl der Arbeitslosen in Köln sank innerhalb eines Jahres um unglaubliche 11,3 Prozent auf 49.294.
Satte 30 Prozent Plus machte der „Werkladen“ (Eifelwall) im vergangenen Jahr, drei neue Mitarbeiter stellte Gründer und Geschäftsführer Herbert Küppers (rechts) für 2011 ein. Denn: „Wir hatten und haben so viel zu tun, dass wir mit den Aufträgen kaum noch hinterherkamen!“ Viele bekannte Kölner Museen, Galerien, aber auch immer mehr Privatkunden bescheren dem größten deutschen Einrahmungsfachgeschäft (alleine 8.000 Muster) Traumumsätze.
Vom gläsernen Bürogebäude bis zum „Skywalk“ über dem Grand Canyon – die „Saint-Gobain Glass Deutschland“ ist auf der Erfolgsspur: „Bis Dezember 2010 sind die Absatzmengen stetig gestiegen und die Beschäftigung ist gut“, so Geschäftsführer Reinhard Runte. Auch 2011 soll weiterhin „auf hohem Niveau“ produziert werden. Der Porzer Standort (200 Angestellte) wird für den Solarmarkt weiter ausgebaut.
Mehr Konsum, mehr Kundschaft, mehr Werbung: Die Druckmaschinen bei „vertical vision“ in Buchheim laufen auf Hochtouren, spucken Plakate und Textil-Banner für Handel und Messen im Minutentakt aus. „Die Auftragslage ist ab August 2010 explodiert“, so Geschäftsführer Ulrich Lohmann (Foto). „Die Bremsen haben sich gelöst.“ Zudem versprechen zahlreiche Neukunden im In- und Ausland für 2011 „einen Umsatzsprung im großen einstelligen Bereich“.
Die 1788 in Köln gegründete Textil-Firma „BP Bierbaum-Proenen“ zieht auch in 2011 mächtig an: „Wir wollen unseren Umsatz von jetzt 35 auf 40 Millionen Euro steigern, stellen in Deutschland und im Ausland mehr Leute ein, natürlich auch Azubis“, so Geschäftsführer Harald Goost (Foto). Der Aufschwung am Arbeitsmarkt mache sich bei der Nachfrage der Berufskleidung direkt bemerkbar: „Die Firmen brauchen jetzt mehr und bessere Kleidung.“
Auch die Experten der Industrie- und Handelskammer Köln (IHK) sind optimistisch. Die Stimmung ist seit Anfang 2010 raketenartig nach oben geschossen. Im Stadtgebiet Köln bewerten 34,6 Prozent der von der IHK befragten Unternehmen ihre Lage als gut oder besser. 27,7 Prozent der Firmen überlegen, dieses Jahr neue Leute einzustellen.
„Was unsere Unternehmen von der Front melden, ist so schön, dass man es kaum glauben mag“, frohlockte Hauptgeschäftsführer Dr. Herbert Ferger. „Da ist ein leichtes Kribbeln im Bauch.“ Ein Wachstum von 2,4 % werde erwartet. Mehr Konsum, weniger Arbeitslosigkeit würden das Wachstum befeuern.
Fernab der Statistik schaute sich der EXPRESS bei Kölner Unternehmen um. Dieter Morszeck, Präsident von Kofferhersteller Rimowa, strahlt: „2010 war eines der besten Jahre. Unser Umsatz stieg um 40 Prozent.“ Und auch diesen Firmen geht's richtig gut:
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