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Express.de | Das Kalkberg-Beben: Kölner Politiker fordern sofortigen Baustopp
03. December 2015
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Das Kalkberg-Beben: Kölner Politiker fordern sofortigen Baustopp

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Die Bauarbeiten haben bereits 14 Millionen Euro verschlungen.

Foto:

Matthias Heinekamp

Das Beben am Kalkberg in Buchforst: Ratspolitiker fordern den  sofortigen Baustopp für die Rettungshubschrauberstation – als Reaktion auf den EXPRESS-Bericht über die marode Statik des Bergs.

Doch Feuerwehr und Stadtdirektor Guido Kahlen (66, SPD) wollen den Standort noch nicht aufgeben. Ihr neuer Plan: Die Bergkuppe soll abgetragen werden.

Das bestätigt Feuerwehrchef Johannes Feyrer (56). „Wir müssen 50.000 Tonnen Erdreich abtragen, um Last vom Kalkberg zu nehmen“, so Feyrer. „Dabei handelt es sich um den aufgeschütteten Teil des Kalkbergs, auf dem sich die Aussichtsplattform befindet.“

Das Institut Roger Grün als Gutachter fordert indes, die Straße auf dem Berg für Lkw zu sperren. Maximal 20 Tonnen Last pro Fahrt will Feyrer  zulassen – das wären 2500 Lkw-Ladungen Erdreich, die abtransportiert werden müssen.

Um mehr als 15 Zentimeter ist das Gelände und damit der Hangar bereits abgesackt.  Und: Der Berg ist zu steil, die Böschungen verformen sich.

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„Wenn das Absacken durch das Abtragen der Bergkuppe gestoppt werden kann, könnten wir in einem zweiten Schritt durch Betonit-Injektionen und Pfähle im Baugrund das Gebäude  anheben, stabilisieren und die Schäden  beseitigen“, meint Feyrer.

„Keine Experimente mehr!  Baustelle auf dem Kalkberg sofort stoppen!“, fordert Linken-Politiker Heiner Kockerbeck und führt „unkalkulierbare Kosten und massiven technischen Einsatz“ an. Auch die Freien Wähler wollen den  Baustopp – und die Verantwortung einer Projektgruppe aus Experten übertragen, so Ratsherr Andreas Henseler.

Grünen-Finanzexperte Jörg Frank fragt: „Was soll denn das alles noch kosten? Wir sind schließlich nicht in Abu Dhabi, wo Geld keine Rolle spielt.“ Er fordert genau wie CDU-Chef Bernd Petelkau und FDP-Finanzsprecher Uli Breite vor der Freigabe weiterer Millionenbeträge eine „detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse“. Petelkau sagt zudem, dass durch das Abtragen der Bergkuppe auch der Schallschutz für die Anwohner weggenommen werde.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Michael Paetzold ist bestürzt: „Es muss jetzt lückenlos aufgeklärt werden, wer wann welche Fehler gemacht hat – und was es kostet, sie zu beheben.“

Boris Sieverts (Bürgerinitiative Kalkberg) sagt: „Das Desaster ist die Folge von Ignoranz und Fehlplanungen. Die Vorgänge, die zu dieser absurden Standortwahl  geführt haben, müssen aufgeklärt  werden.“  Er fordert einen anderen Standort und schließt nicht aus, dass der   Kalkberg ein Fall für den Staatsanwalt wird.

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