Bierflasche, Glatze, schwarze Kleidung – der Auftritt von 40 Rechtsradikalen im Kölner Hauptbahnhof sorgte Samstagabend für einen Großeinsatz der Polizei. Und für Szenen, die Köln nicht sehen will.
Die meist angetrunkenen Neonazis kamen von einer Demonstration in Stolberg bei Aachen. Dort hatten sie an den tragischen Tod eines 19-Jährigen im Jahr 2008 erinnern wollen, der erstochen wurde und angeblich ein Kamerad war – entgegen den Aussagen der Angehörigen. Weil der Täter Ausländer war, nutzen die Rechtsextremen nun diesen Totschlag für eine alljährliche Kampagne, bei der sie durch Stolberg ziehen.
Nach der Demo, die von 2000 linken Gegendemonstranten begleitet wurde, fuhren die Glatzköpfe nach Köln. Im Hauptbahnhof mussten sie auf ihre Anschlusszüge warten – und zeigten sich provokant auf dem Vorplatz. Neben üblen Parolen zeigten sie Passanten den Stinkefinger und gröhlten biertrinkend herum.
Weil auch Linke mit den Zügen in Köln ankamen und die Polizei offensichtlich die Fahrt nicht begleitete, gab es ein Aufeinandertreffen. Dabei kam es zu Rangeleien, die aber ohne Verletzte blieb.
Die Bundespolizei löste Großalarm aus. 200 Polizisten rückten an und trennten die Parteien. Unter starkem Polizeischutz durften die Chaoten heimfahren.
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