Empfehlen | Drucken | Kontakt11.02.2012 - 15:23 Uhr

Bürgermeister Hupke: : U-Bahn wird erst 2022 fertig

Von ROBERT BAUMANNS
Blockiert die Inbetriebnahme der Nord-Süd-U-Bahn: Das U-Bahn-Bauwerk am Waidmarkt. Hier muss die Einsturzursache ermittelt werden.
Blockiert die Inbetriebnahme der Nord-Süd-U-Bahn: Das U-Bahn-Bauwerk am Waidmarkt. Hier muss die Einsturzursache ermittelt werden.
Foto: Alexander Schwaiger
Köln –  

„Die Nord-Süd-U-Bahn wird erst 2022 vollständig in Betrieb gehen.“ Diese Aussage von Andreas Hupke (Grüne), Bürgermeister des Bezirks Innenstadt-Deutz, sorgte für blankes Entsetzen bei den Bürgern, die am Donnerstag zu einer Infoveranstaltung der Stadt gekommen waren.

Jürgen Fenske (SPD) hatte als KVB-Chef bei der Eröffnung der Haltestelle Breslauer Platz erklärt, dass er die allerdings „optimistische Hoffnung“ habe, die U-Bahn könne Ende 2019 in den Vollbetrieb gehen. Ganz ursprünglich sollte die U-Bahn zum Fahrplanwechsel 2009/10 in Betrieb gehen. Nachdem der Kirchturm von St. Johann Baptist in der Severinstraße gekippt war, ging man von 2011/12 aus. Nach dem Einsturz des Stadtarchivs, bei dem am 2. März 2009 zwei Menschen ums Leben kamen, hieß es erst 2014/15.

Bürgermeister Andreas Hupke.
Bürgermeister Andreas Hupke.

„Der Waidmarkt ist und bleibt die große Unbekannte“, sagt Hupke. „Keiner weiß, wann und vor allem wie es da weitergehen kann.“ Die gesamte Strecke ist durch die dort brachliegende Baustelle blockiert.

„Mit Glück können wir ab Mitte 2013 ermitteln, wo und wie das U-Bahn-Bauwerk beschädigt wurde und was wir tun müssen, um es zu sanieren“, sagt ein KVB-Mitarbeiter. „Vollbetrieb erst ab 2022 ist nicht unwahrscheinlich.“

Aus Justizkreisen erfuhr EXPRESS, dass die Staatsanwaltschaft einen Bericht angefertigt hat. Dem Vernehmen nach entlastet er die KVB von möglichen Vorwürfen und belastet die Baufirmen um Bilfinger Berger. Als Grund für den Einsturz wird ein Loch in der Schlitzwand vermutet, die das U-Bahn-Bauwerk von den anderen Gebäuden abgrenzen sollte.

Bei der Infoveranstaltung gab es auch Zoff um die Gestaltung des Chlodwigplatzes – viele Bürger sind mit der Planung nicht einverstanden. Bemängelt wurde, dass Autoverkehr auf dem Chlodwigplatz auch künftig möglich sein soll und dass in der U-Bahn-Haltestelle keine Toiletten eingebaut worden sind.

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