Köln - Die Regelungswut der Bürokraten kennt keine Grenzen. Jetzt will die Stadt den Kölnern vorschreiben, wie die Blumentöpfe und Pflanzen aussehen müssen, die sie vor ihre Haustür oder das Geschäft stellen.
Im Kölner Rathaus hat die Kommission „Verfahren im öffentlichen Raum“ beschlossen, dass städtische Ordnungshüter nun alle vorhandenen Blumenkübel überprüfen sollen, „ob sie genehmigt sind und gepflegt werden“.
Wer nämlich ohne eine beantragte „Ausnahmegenehmigung zur Sondernutzung auf öffentlichem Straßenland“ ein wenig Grün vor die Tür gestellt hat, muss mit einem Blumen-Knöllchen rechnen: 35 Euro kassiert die Blömcher-Schmier.
Damit nicht genug: Mehrere Fachämter haben jetzt Richtlinien erarbeitet, unter welchen Voraussetzungen die Blumenkübel nur noch genehmigt werden. Vielfalt stört, für eine „ansprechende Begrünung“ wird jetzt alles genormt.
An alles haben die Beamten gedacht. Der Standort: lediglich links und rechts des Haupteinganges. Der Kübel: rund oder quadratisch mit einer Höhe zwischen 0,50 bis 0,70 Meter, mit Pflanze höchstens 1,20 Meter.
Sogar Material der Töpfe und entsprechende Farbtöne sind geregelt. Die Bepflanzung: Legal ist nur eine Pflanzenart pro Kübel und Fassade. Erlaubt wird aber, „dass das Hauptgewächs von einer einheitlichen Unterbepflanzung begleitet wird“. Wer die Pflanzen nicht pflegt, verliert seine Genehmigung.
Die Übergangsregelung: „Vorher genehmigte Pflanzengefäße genießen bis zum 31.12. 2010 Bestandsschutz.“
Das Blumen-Gesetz tritt am 1. Juni in Kraft und gilt zunächst für die gesamte Innenstadt - von Südstadt bis Agnesviertel - und Deutz.
Dort nahm EXPRESS die Blumenkübel genauer unter die Lupe. Die Bilanz: Kaum ein Kübel und kaum eine Pflanze erfüllten die Richtlinien unserer Beamten. Erschütternd.
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