Der Boss des U-Bahn-Bauunternehmens Bilfinger Berger sorgt für Irritationen.
Ausgerechnet Vorstandsboss Herbert Bodner kritisiert die Ermittlungen zum Archiv-Einsturz: „Wir würden uns wünschen, dass alle möglichen Unglücksursachen mit gleichem Hochdruck untersucht und verfolgt werden. Den Eindruck haben wir nicht immer.“
Damit meint der Bau-Manager, dass sich die Untersuchungen zu sehr auf ein mögliches Loch in einer Schlitzwand konzentrierten. Um diesem Verdacht nachzugehen, soll in der Grube am Waidmarkt ein Graben tief ins Erdreich gebaut werden. Das dauert Monate.
Nach Meinung des Bau-Managers kämen in dieser Zeit die Ermittlungen zu anderen möglichen Ursachen zu kurz. Der Manager listete gleich eine ganze Reihe von „wahrscheinlicheren Gründen “ auf.
Pfusch am Bau, wie er an zig Baustellen aufgetreten ist, fehlt allerdings in seiner Auflistung. Das mag aus Sicht des Bauunternehmers verständlich sein. Denn: Wurde auch beim Bau dieser Schlitzwand gepfuscht und war dies die Ursache des Einsturzes, kommen auf die Baufirmen Schadensersatzforderungen von mindestens 500 Millionen Euro zu.
Auch ohne dies sei der Kölner U-Bahn-Bau für Bilfinger Berger inzwischen ein Verlustgeschäft. Bodner: „Das ist keine Baustelle, die uns Freude macht.“ Daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Der Bilfinger-Boss rechnet selbst damit, dass die Ursachenforschung zum Einsturz des Stadtarchivs noch Jahre dauern wird.
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