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Beschlossen!: Köln kriegt ein Casino

Köln kriegt ein eigenes Spielcasino.
Köln kriegt ein eigenes Spielcasino.
 Foto: dpa
Köln/Düsseldorf –  

Köln erhält den Zuschlag für das fünfte Spielcasino in Nordrhein-Westfalen. Das hat das Landeskabinett am Dienstag auf Vorschlag von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) beschlossen.

„Wir wollen das Glücksspiel in geordnete Bahnen lenken“, teilte Jäger mit. Der Spielbankbetrieb sei eine Alternative zu illegalem Casino-Spiel und Online-Poker. Köln biete als größte Stadt in NRW mit großer Anziehungskraft und guten Verkehrsanbindungen optimale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb.

Erstes Casino an der südlichen Rheinschiene

Mit dem Standort Köln werde ein regionales Überangebot an Spielbanken in NRW vermieden, unterstrich Jäger. „Für die Domstadt spricht, dass in der südlichen Rheinschiene bisher kein Spielbankangebot vorgehalten wurde.“
Bislang gibt es in NRW Casinos in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund-Hohensyburg und Duisburg. Ein Großteil der Einnahmen fließt wohltätigen Zwecken zu. Auch die Spielbank-Kommunen und die Landeskasse profitieren. Allerdings sind die Einnahmen aus dem Spielbank-Betrieb in den vergangenen Jahren drastisch gesunken - allein in NRW von 126 Millionen Euro 2003 auf 39 Millionen 2011. Viele Spieler zocken inzwischen im Internet.

Mit einem begrenzten Angebot an staatlichen Spielbanken könne die Landesregierung dem hohen Stellenwert des Jugend- und Spielerschutzes Rechnung tragen, unterstrich Jäger mit Verweis auf das Suchtpotenzial. „Es wäre fahrlässig, derartige Spiele dem illegalen Schwarzmarkt zu überlassen.“ Mit staatlichen Spielbanken könne öffentliches Glücksspiel legal und verantwortungsvoll angeboten werden.

Großteil des Gewinns an gute Zwecke

„Wichtig ist: Die Umsätze an den Spieltischen und den Automaten der Spielbanken kommen nicht nur dem Unternehmen zugute“, unterstrich der Minister. Der Löwenanteil der Bruttospielerträge gehe an die Stiftung Wohlfahrtspflege, über die zahlreiche soziale Projekte in NRW gefördert werden.

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft befürchtet unterdessen, dass die neue Spielbank „auf dem Rücken der Finanzbeamten“ aufgebaut wird. „Der Spielbetrieb einer Spielbank muss laufend von Finanzbeamten überwacht werden“, mahnte der NRW-Landesvorsitzende Manfred Lehmann in einer Mitteilung.

Deswegen müssten für das neue Casino etwa 15 zusätzliche Stellen für Revisoren im Landeshaushalt eingeplant werden. Ansonsten müsse Personal aus den ohnehin schon knapp besetzten Finanzämtern abgezogen werden.

Wann das Casino öffnet und wo es hinkommt, ist noch unklar.

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