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Empfehlen | Drucken | Kontakt 20.02.2013 - 22:09 Uhr

Bei Brand in Grengel: Kleiner Toni (1) stirbt in Feuerhölle

Von CARSTEN RUST
Im Vorgarten liegt der große, gelbe Stoff-Winnie-Pooh von Toni.
Im Vorgarten liegt der große, gelbe Stoff-Winnie-Pooh von Toni.
Foto: Rust
Köln –  

Ein großer Stoff-Winnie-Pooh liegt mit angesenktem Fell im Vorgarten. Er ist ein stummer Zeuge für das schreckliche Flammendrama, das sich am Mittwoch in Grengel zugetragen hat.

Bei einem Dachstuhlbrand konnte der kleine Toni (1, alle Namen geändert) nur noch tot geborgen werden.

Mittwochmorgen 10.15 Uhr: Toni hat Besuch von seinem Cousin Luca (4), der direkt um die Ecke wohnt. Beide sitzen im Wohnzimmer und gucken fern. Tonis Mutter Silvia T. (31) steht nach EXPRESS-Informationen in diesem Moment mit dem Hund für wenige Minuten vor der Haustür. Plötzlich hört sie laute Kinderschreie.

Ein Rettungshelikopter brachte einen zweiten Notarzt zur Einsatzstelle.
Ein Rettungshelikopter brachte einen zweiten Notarzt zur Einsatzstelle.
Foto: Rust

Während Luca sich selbst aus der kleinen Dachgeschosswohnung retten kann, kommt Silvia T. auf der Treppe schon so dichter Qualm entgegen, dass sie nicht weiterkommt. Sie ruft die Polizei an, die alarmiert die Feuerwehr. Nach nur fünf Minuten trifft ein Löschzug ein.

„Die Mutter stand im dichten Rauch im Treppenhaus. Sie sagte uns, ihr Kind sei noch oben. Ein Nachbar hatte schon versucht zu helfen. Sofort haben wir Kollegen mit Atemschutz, aber ohne Wasserschlauch, für die Suche reingeschickt. Für alles andere war keine Zeit mehr“, so Feuerwehrsprecher Jens Müller.

Doch als die drei Feuerwehrleute eine Tür in der Brandwohnung öffnen, schlägt ihnen eine Feuerwalze entgegen. Alle drei werden leicht verletzt. Erst als drei weitere Trupps mit Wasserschläuchen reingehen und nach und nach die Flammen löschen können, entdecken sie die Leiche des kleinen Toni.

Nachdem der Junge gefunden wurde, waren die Feuerwehrleute sichtlich bewegt.
Nachdem der Junge gefunden wurde, waren die Feuerwehrleute sichtlich bewegt.
Foto: Rust

Sein Cousin Luca hat sich zu Nachbarn geflüchtet. Die verständigen seinen Vater, der ihn sofort abholt. Luca scheint unverletzt zu sein. Anders als die drei Feuerwehrleute und der zur Hilfe geeilte Nachbar. Alle erleiden eine leichte Rauchvergiftung. Silvia T. kommt mit einer schweren Rauchvergiftung und einem Schock in die Klinik.

Die alleinerziehende Mutter wohnte mit ihrem Sohn gemeinsam in der oberen Wohnung des Zwei-Familien-Hauses. Darunter lebt ihre Schwägerin mit ihrem Lebensgefährten. Die Angehörigen und einige Nachbarn wurden vor Ort von Seelsorgern betreut. Experten versuchen jetzt, die genaue Brandursache zu klären.

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