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BAP-Chef im Interview: Niedecken: Kein Facebook aber eine Familien-WhatsApp-Gruppe

EXPRESS traf den Musiker zum letzten Interview im Jahr.

EXPRESS traf den Musiker zum letzten Interview im Jahr.

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Patric Fouad

Köln -

2014, ein bewegendes Jahr – auch für Wolfgang Niedecken (63). EXPRESS traf den Musiker zum letzten Interview im Jahr. Beim vegetarischen Frühstück ging’s nicht nur um BAP, sondern auch um die Anti-Islamismus-Aufmärsche und den FC.

EXPRESS: Schöne Weihnachten gehabt?

Niedecken: Wunderbar und sehr entspannt. Wir feiern immer mit der ganzen Familie zu Hause. Unsere Töchter Isis (20) und Jojo (19) waren da, meine Jungs Severin (31) und Robin (28) mit ihren Freundinnen. Herrlich. Jetzt werden wir das Jahr ganz höösch ausklingen lassen. Vielleicht fahren wir noch nach Erfurt, zu den Abschlusskonzerten unseres Freundes Clueso.

66 Konzerte in 2014. War das Jahr sehr stressig?

Auf der Bühne stehen, auf Tour zu sein – das stresst mich am allerwenigsten. Mich stresst eher das Zeugs zwischendurch. Wenn zu viele was von mir wollen oder wenn was schiefläuft. Aber auf der Bühne die Songs zu spielen, das ist das Sahnehäubchen überhaupt.

Was passiert im neuen Jahr?

Seit drei Monaten schreibe ich an den Songs für unser 18. Studio-Album. Ende September entstand der erste Text, inzwischen stehen neun. Läuft jot. Ich hatte ja erst ein bisschen Muffe, denn es wird immer schwerer, was Neues zu erzählen. Ich will mich auf keinen Fall wiederholen. Vor Weihnachten war ich noch für drei Tage in Hamburg. Da wohnen Anne de Wolff und Ulrich Rhode, unsere beiden Multi-Instrumentalisten. In ihrem Studio habe ich die Texte mal auf Demos eingesungen, die ideale Tonart ausgecheckt und geguckt, wie sich die ersten Arrangements fürs neue Album anhören. Das Album wollen wir 2015 aufnehmen, 2016 feiern wir dann 40 Jahre BAP – mit einer Jubiläumstour, auf der wir ausschließlich Hits spielen.

Schreibst du die Texte immer noch mit der Hand? Mit Bleistift auf Papier?

Ich weiß, ich bin ein Steinzeitmensch, was die Technik betrifft. Aber selbst ich benutze inzwischen das iPad. Da wird einmal der Song mit einem Blendax-, also einem Phantasietext aufgenommen und einmal ohne. Da kann ich hin und her wechseln und meine Texte exakt auf die komponierte Gesangsmelodie schreiben. Nix mehr mit Kassetten, hin und her spulen. Gut, dass das vorbei ist, da wurde ich manchmal wahnsinnig.

Was ist mit WhatsApp, Facebook & Co.?

Nix für mich. Aber wir haben da eine Familien-WhatsApp-Gruppe mit Isis und Jojo. Die sind beide inzwischen ausgezogen und studieren. Isis in Berlin, Jojo in Mannheim. Diese „Standleitung“ hilft uns beim Loslassen der Kinder. Die Kommunikation übernimmt meine Frau Tina. Und ich werde von ihr immer bestens informiert. Kennst du übrigens den Unterschied zwischen einer Mutter und einem Pitbull? Der Pitbull lässt irgendwann los...

Du unterstützt das „World-Vision“-Projekt „Rebound“ – wie geht’s da weiter?

Die Firma Jack Wolfskin hat einen neuen Chef, und der ist aus dem Projekt, mit dem ehemaligen Kindersoldaten und jugendlichen Zwangsprostituierten im Ostkongo geholfen wird, zurück in ein normales Leben zu finden, ausgestiegen. Wir haben händeringend nach einem neuen Sponsor gesucht – und dann hat uns Wolfram Kons angeboten, beim RTL-Spendenmarathon dabei zu sein. Sensationell! Aber ich mache mir keine Illusionen: Dieser Teil Afrikas und die fürchterlichen Dinge, die da passieren – das ist ein Weiterblätter- und Wegzapp-Thema. Trotzdem unterstützt uns RTL. Super! Wir warten jetzt ab, wie viel Geld dadurch reingekommen ist. Das wird durch einen Schlüssel auf die einzelnen Projekte verteilt. Aber ich bin mir sicher, es wird genug sein, um weiterzumachen. Im nächsten Jahr fliege ich wieder für eine Woche nach Butembo und gucke, wie es läuft.

Auf der nächsten Seite spricht Wolfgang Niedecken über die Hogesa-Demo und den FC.

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