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Außer Dienst gestellt: Fregatte Köln: Ein letztes Kölsch zum Abschied

Die Kölner Besatzungsmitglieder Thomas Schulz, Moritz Brake und Alexander Ebertz (v. l.) tranken ein Kölsch auf die „Köln“.

Die Kölner Besatzungsmitglieder Thomas Schulz, Moritz Brake und Alexander Ebertz (v. l.) tranken ein Kölsch auf die „Köln“.

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Meckert

Wilhelmshaven/Köln -

Mit viel Trauer, Wehmut und kölschen Klängen wurde am Dienstag um elf Uhr im Marinearsenal Wilhelmshaven die 28 Jahre alte „Fregatte Köln“ außer Dienst gestellt. Damit endete die mehr als 100-jährige Tradition einer „Köln“ in der Marine, sie war das fünfte Schiff unter dem Wappen der Stadt.

400 ehemalige „Köln-Fahrer“, teilweise hochdekorierte Marinesoldaten, erinnerten sich an Deck an aufregende Pirateneinsätze, ein tolles Mannschaftsgefühl und viele Elfte im Elften: wenn um 11.11 Uhr „Wenn et Trömmelche jeiht“ aus den Bordlautsprechern schallte und Karneval an Bord eingeläutet wurde.

Als dann der „Marinemusikkorps Ostsee“ Willi Ostermanns „Ich möch zo Fuss no Kölle jon“ anstimmte und als letzte Amtshandlung Flagge und Wimpel eingeholt wurden, hatten viele Soldaten und ihre Frauen Tränen in den Augen.

Der letzte Kommandant, Kurt Leonards, sagte bewegt: „Jedes Schiff hat eine Seele, die der »Köln« war ganz besonders ausgeprägt. Jeder darf stolz sein, ein Köln-Fahrer gewesen zu sein. Auf sie war immer Verlass.“

Kölns Bürgermeister Werner Bartsch sprach von einem „schweren Verlust“. Verteidigungsminister Thomas de Maizière habe versichert, dass „Köln“ bei künftigen Marine-Namensgebungen „mit hoher Priorität berücksichtigt werden soll“.

Die Fregatte habe Köln mit ihren friedlichen Einsätzen alle Ehre gemacht. Ebenso die Mannschaft: „Köln ist stolz darauf, so gut durch Sie in der Welt vertreten gewesen zu sein“, sagte Bartsch mit Blick auf die Marinesoldaten. Das Schiff bleibt im Marinearsenal vor Anker, wird als Ersatzteillager ausgeschlachtet. Der Rumpf wird verschrottet und eingeschmolzen.

Von 220 Mann Besatzung wurden 200 auf andere Schiffe aufgeteilt, der Rest ist zur Abwicklung an Bord. Im Marinemuseum Wilhelmshaven wurde für die Fregatte ein „Raum der Erinnerung“ geschaffen. Mit Logbüchern, Flaggen und der „Hohenzollernbrücke“ der elf Kapitäne der „Köln“.