Köln - Rechtsextreme unerwünscht! Eine Woche vor dem Anti-Islamisierungskongress der rechtsextremen Gruppierung „pro Köln“ hat sich in der Stadt ein breites Bündnis von Gewerkschaften, Kirchen, Parteien und Bürgern formiert.
Motto: „Wir stellen uns quer - kein Rassismus in Köln.“ 16 Jahre nach dem legendären Konzert auf dem Chlodwigplatz (siehe Mehr-Info-Box!) kriegt Köln den „Arsch“ wieder „huh“.
Am Samstag, 20. September, sind alle Kölner zu einer Großdemo gegen rechts aufgerufen. Die Polizei rechnet mit 40.000 Teilnehmern, die sich ab 9 Uhr auf dem Roncalliplatz versammeln. Um 10 Uhr beginnt dort die Kundgebung, auf der auch OB Fritz Schramma spricht.
Auf dem Heumarkt werden parallel 1500 Rechte, auch aus dem Ausland, erwartet, die sich zu einem „Anti-Islamisierungskongress“ der rechtsextremen Gruppierung „pro Köln“ treffen. Ihre Parolen: „Nein zur Islamisierung! Nein zur Kölner Großmoschee!“
Mit Menschenketten soll das Treffen verhindert werden. „Pro Köln“ verkündete, man habe dagegen eine Strategie entwickelt, um in Kleingruppen auf den Platz zu gelangen. Die Polizei, die Kräfte aus ganz NRW zusammenzieht, steht vor einem schweren Einsatz. Einsatzleiter Michael Temme versicherte, man werde alles tun, „damit die als rechtsextrem eingestufte Bewegung nicht Angst und Unruhe verbreiten“ kann.
Der Protest gegen die Anti-Islam-Demo findet täglich neue Unterstützer. Kölsche Wirte machten schon früh mobil. Auf 200.000 Bierdeckeln und großen Plakaten in den Lokalen erklären Kneipenwirte in der Stadt: „Kein Kölsch für Nazis.“ Diana Jüttner, Inhaberin der „Lotta“ (Südstadt), hatte die Idee. Mittlerweile haben sich 110 Kneipen und 40 Bands und Künstler angeschlossen.
Weitere Aktionen: „Eins zu Null“, das kulturelle Netzwerk gegen „pro Köln“ lädt am 14. September zum Fußballturnier ins Rheinenergie-Stadion. Am 20. September um 11.11 Uhr wollen „Humba“ und „Comcologne“ 11.000 Bauchtänzer im Rheingarten versammeln. Nach dem Motto: „Bauchtum gegen pro-Köln-Kongress“. Mitmachen kann jeder. Auch Kölns „Katholische junge Gemeinde“ stellt klar: „Rassismus und gelebter Glaube sind nicht vereinbar.“
Claus Horstmann, Finanzchef des 1. FC Köln, sagt: „Selbstverständlich beteiligen wir uns gerne an dieser Aktion. Ich denke, mit der Zusammenstellung unserer Mannschaft beweisen wir, wie tolerant und weltoffen der 1. FC Köln ist. Ausländerfeindliche Aktionen verurteilen wir in scharfer Form.“
Ehrenfelds Bezirksbürgermeister Josef Wirges und die Polizei kündigten am Freitag nach dem Freitagsgebet in der Ditib-Moschee an der Venloer Straße an, die Gemeindemitglieder vor den Rechtsextremen zu schützen. Für den Fall, dass Kongress-Teilnehmer nach Ehrenfeld kommen, kündigt Wirges an: "Wir bilden zum Schutz eine Menschenkette um die Moschee."
Der AStA der Universität zu Köln unterstützt alle Formen des friedlichen Protestes und ruft alle Studierenden und BürgerInnen dazu auf, den Aufmarsch der FaschistInnen nicht tatenlos hinzunehmen. "Wir sind entsetzt, dass ein solch menschenverachtender Pseudokongress überhaupt stattfinden darf", so der AStA-Vorsitzende Oliver Jesper.
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