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Alles digital für 674.000 Euro Stadt verschärft die Knöllchenjagd

Ralf Mayer (l.) und Heinz-Josef Baues (55) vom Verkehrsdienst mit der völlig veralteten Filmentwicklungsmaschine.

Ralf Mayer (l.) und Heinz-Josef Baues (55) vom Verkehrsdienst mit der völlig veralteten Filmentwicklungsmaschine.

Foto:

Fouad Lizenz

Köln -

Die Jagd nach Temposündern wird noch schärfer. Die Stadt will ihre alten Blitzer mit modernster Technik ausstatten. In die digitale Aufrüstung werden 674.000 Euro investiert.

Für die 32 Starenkästen und acht mobilen Blitzer gibt es insgesamt 31 Messsystem-Einheiten – und die sind völlig veraltet. Nur sechs feste und zwei mobile Blitzer verfügen über digitale Fototechnik. Alle anderen knipsen noch analog, mit Nassfilmen: Die müssen im Rathaus aufwendig bearbeitet werden.

Die Film-Entwicklungsmaschine ist laut Stadt so veraltet, dass Ersatzteile nur noch im Ausland zu beschaffen seien – ungewiss, wie lange noch. Also steige mit jedem Monat das Risiko des Ausfalls. Die Verwaltung warnt die Politiker vor den Folgen: „30.000 bis 40.000 Tempoverstöße pro Monat könnten nicht entwickelt werden.“ Bis zu eine Million Euro gingen flöten.

„Hinzu kommt: Auf eine digitale Fotokarte passen 1000 Aufnahmen, auf den Nassfilm nur 400 – wir müssen also öfter raus und wechseln“, so Ralf Mayer (48) als Chef des Ordnungs- und Verkehrsdienstes.

„Und für die Bearbeitung eines Nassfilms brauchen wir eineinhalb Arbeitstage, mit einer Fotokarte sind wir in 30 Minuten durch. Zudem sind die Digitalfotos viel schärfer und eindeutiger. Es ist Passfoto-Qualität.“

Es gebe auch ein Lagerproblem: „Die entwickelten Nassfilme müssen wir drei Jahre lang archivieren. Bei bis zu 35 Kilometer Film pro Jahr stoßen wir auch da an unsere Grenzen“, sagt Mayer. Und letztlich ebenso relevant sei der Umweltaspekt: „Wir müssen pro Jahr 1220 Liter Entwicklerflüssigkeit als Sondermüll entsorgen.“

Dass sich die Digital-Offensive rechnet, dürfte klar sein: 15 Millionen Euro nimmt die Stadt jährlich durch Blitzer ein.