Köln
Alle Nachrichten aus Köln und Umland - News, Nachtleben, Prominente, Skandale.

Empfehlen | Drucken | Kontakt

Alles digital für 674.000 Euro: Stadt verschärft die Knöllchenjagd

Von
Ralf Mayer (l.) und Heinz-Josef Baues (55) vom Verkehrsdienst mit der völlig veralteten Filmentwicklungsmaschine.
Ralf Mayer (l.) und Heinz-Josef Baues (55) vom Verkehrsdienst mit der völlig veralteten Filmentwicklungsmaschine.
Foto: Fouad
Köln –  

Die Jagd nach Temposündern wird noch schärfer. Die Stadt will ihre alten Blitzer mit modernster Technik ausstatten. In die digitale Aufrüstung werden 674.000 Euro investiert.

Marion Beginn (46) bei der mühsamen Datenerfassung von Nassfilm.
Marion Beginn (46) bei der mühsamen Datenerfassung von Nassfilm.
Foto: Fouad

Für die 32 Starenkästen und acht mobilen Blitzer gibt es insgesamt 31 Messsystem-Einheiten – und die sind völlig veraltet. Nur sechs feste und zwei mobile Blitzer verfügen über digitale Fototechnik. Alle anderen knipsen noch analog, mit Nassfilmen: Die müssen im Rathaus aufwendig bearbeitet werden.

Die Film-Entwicklungsmaschine ist laut Stadt so veraltet, dass Ersatzteile nur noch im Ausland zu beschaffen seien – ungewiss, wie lange noch. Also steige mit jedem Monat das Risiko des Ausfalls. Die Verwaltung warnt die Politiker vor den Folgen: „30.000 bis 40.000 Tempoverstöße pro Monat könnten nicht entwickelt werden.“ Bis zu eine Million Euro gingen flöten.

Der Blitzer kurz vor der Zoobrücke trägt nach Ansicht des Ordnungsamtes entscheidend zur allgemeinen Unfallverhütung bei.
Der Blitzer kurz vor der Zoobrücke trägt nach Ansicht des Ordnungsamtes entscheidend zur allgemeinen Unfallverhütung bei.
Foto: Alexander Schwaiger

„Hinzu kommt: Auf eine digitale Fotokarte passen 1000 Aufnahmen, auf den Nassfilm nur 400 – wir müssen also öfter raus und wechseln“, so Ralf Mayer (48) als Chef des Ordnungs- und Verkehrsdienstes.

„Und für die Bearbeitung eines Nassfilms brauchen wir eineinhalb Arbeitstage, mit einer Fotokarte sind wir in 30 Minuten durch. Zudem sind die Digitalfotos viel schärfer und eindeutiger. Es ist Passfoto-Qualität.“

Es gebe auch ein Lagerproblem: „Die entwickelten Nassfilme müssen wir drei Jahre lang archivieren. Bei bis zu 35 Kilometer Film pro Jahr stoßen wir auch da an unsere Grenzen“, sagt Mayer. Und letztlich ebenso relevant sei der Umweltaspekt: „Wir müssen pro Jahr 1220 Liter Entwicklerflüssigkeit als Sondermüll entsorgen.“

Dass sich die Digital-Offensive rechnet, dürfte klar sein: 15 Millionen Euro nimmt die Stadt jährlich durch Blitzer ein.

Auch interessant
Weitere Meldungen aus dem Bereich Köln
Stillstand Richtung Rodenkirchener Brücke. Der Verkehr staut sich bis Godorf.
Mais-LKW umgekippt
Unfall! Auf der A555 im Kreuz Köln-Süd geht derzeit nichts!

Auf der A555 im Kreuz Köln-Süd in Richtung Rodenkirchener Brücke geht derzeit nichts. Ein LKW mit 40 Tonnen Mais ist umgekippt.

So soll es aussehen: Der „private“ Gereonshof, mit Blick Richtung Von-Werth-Straße.
Gereonshof jetzt Privatgrundstück
Stadt verkauft Straße - Politiker außer sich

Keiner hat's gemerkt, doch die Stadt hat einfach eine Straße verkauft: Der Gereonshof im Gerling-Quartier ist an einen privaten Investor verhökert worden.

33 Charolais-Rinder wie dieses waren von den Jugendlichen gejagt worden.
Jugendliche müssen zahlen
Teure Jagd auf 33 Charolais-Rinder in Zülpich

Die Jagd auf 33 Charolais-Rinder auf einer Weide bei Zülpich ist für sieben Schüler nachträglich zu einem teuren Osterferienspaß geworden. 3500 Euro Schadensersatz müssen die Jugendlichen an den Tierzüchter zahlen.

Dat Fest 21. Juni 2014 Köln
Kinoprogramm
Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute:
FACEBOOK
EXPRESS.DE on Facebook
KVB
Köln-Galerien
Unser Veedel
EXPRESS E-Book Mordakte Rheinland
Ausbildung und Beruf
News aus Köln
Alle Videos