Köln– Der Pavian-Felsen im Kölner Zoo. Mittendrin ein vier Monate altes Junges. Ängstlich kauert es am Boden, den Kopf voller Wunden.
Zwei rivalisierende Männchen haben es grausam zugerichtet. Kein Tierarzt darf ihm helfen. „Die Abtrennung von der Gruppe würde zu viel Unruhe bringen“, so Zoo-Chef Theo Pagel.
„In der Tat nicht schön anzusehen“, gibt Pagel zu, als er die Bilder sieht. Die Blessuren hat sich das Pavian-Baby Ende Mai zugezogen. Das damals gerade mal zwei Monate alte Tier kam zwischen die Keilerei zweier rivalisierender Männchen.
Die fügten ihm „Bissverletzungen in der Kopfhaut“ zu, wie der Zoo bestätigt. Obendrein verheilen die Wunden schlecht, weil die Affenmutter immer wieder die Schorfe abkratze.
Ein Eingreifen der Pfleger würde laut Pagel mehr schaden als nutzen. „Dafür müsste man die ganze Familiengruppe von den anderen abtrennen, die Mutter in Narkose legen.“ Was zu noch mehr Unruhen auf dem Pavian-Felsen führen könnte.
Zoo-Besucherin Claudia Otte (46) schoss die Fotos vom Pavian-Baby. Sie ist entsetzt: „Schwache Tiere können auf dem Felsen nicht ausweichen. Er ist überbevölkert.“
Der ZooDirektor widerspricht. Die Zahl der Affen werde durch Sterilisation der Männchen oder Abgabe einzelner Tiere an andere Zoos konstant bei etwa 150 Tieren gehalten. „Diese Dichte ist auch im Freiland nicht ungewöhnlich.“
Auch ein 25 Jahre altes Weibchen sieht ziemlich mitgenommen aus. „Sie hat schon vor langer Zeit einen Teil der Ohrmuschel verloren“, so Pagel. Auch sie ist ein Opfer ranghöherer Gruppenmitglieder. Die Seniorin ist schwach, nimmt in der Gruppe einen niedrigen Rang ein. „Im Freiland würde so ein Tier schon lange nicht mehr leben“.
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