Lange Staus auf den Straßen, große Parkplatznot in den Vierteln. Pläne, den Autoverkehr weiter einzuengen. Absoluter Vorrang für Bus und Bahn.
Jetzt sieht der ADAC rot und schlägt Alarm: „Köln ist die autofeindlichste Stadt Deutschlands!“ Und die Stadt? Sie gibt unumwunden zu: „Es ist das politisch gewollte Ziel, den Autofahrer dazu zu bewegen, in die Bahn zu steigen.“ Im Klartext: Staus sind gewünscht, geplant und werden bürokratisch verwaltet!
Tausende Autofahrer leiden täglich unter Kölns nervenaufreibenden Staufallen, wie etwa die Linksabbieger-Spur auf der Cäcilienstraße vor „Peek & Clopppenburg“. Bei Rot wird auf die erste Bahn gewartet, deren Trasse parallel zur Fahrbahn verläuft. Minuten vergehen, dann kommt noch eine zweite.
Der Stau wird länger und länger, bis oft auch noch die dritte Bahn vorbeirauscht. Dann haben die Autofahrer endlich Grün. Aber nur ganz kurz – mit Vollgas schaffen es meist nur eine Handvoll über die Straße, der Rest wartet weiter ...
Die Stadt findet das alles völlig in Ordnung – weil politisch gewollt: „Die Fördergelder von Bund und Land zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Köln sind an die Bedingung geknüpft, dass Bus und Bahn fahren attraktiver wird als Auto fahren“, erklärt Hartmut Sorich, Ampel-Experte vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik. „Der Autofahrer soll also die Bahn nehmen.“ 100 Menschen in Bus und Bahn wären ja sinnvoller als 100 Menschen in 100 Autos.
Dr. Roman Suthold, ADAC-Leiter Verkehr und Umwelt, hält Köln für die autofeindlichste Stadt Deutschlands: „Ich kenne keine andere Stadt, die eine so harte Vorrangschaltung für Bus und Bahn hat wie bei uns die KVB. Da reicht der Stau oft bis in Wohngebiete. Eine neue Ampel-Software könnte die grüne Welle für Autofahrer optimieren, Doch dafür will die Stadt kein Geld ausgeben.“
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