Huch, was ist das denn für eine Bahn? Dieser Anblick hat am Dienstagvormittag Passanten am Neumarkt überrascht: Die KVB ist mit einem nagelneuen Fahrzeug unterwegs!
EXPRESS-Fotograf Zik hat natürlich prompt reagiert und den Auslöser gedrückt: Er hat das erste Bild der neuen Hochflur-Bahn geschossen. Wir erklären, was hinter der neuen Bahn steckt.
Aus alt mach neu
Bei der ungewohnten Bahn handelt es sich tatsächlich um eine neue KVB-Bahn, wie sie demnächst im normalen Linienbetrieb eingesetzt werden soll. KVB-Sprecher Franz-Wolf Ramien bestätigt: „Wir haben gerade mit den ersten Testfahrten begonnen.“
Dabei sind die Bahnen keine komplett neuen Fahrzeuge, sondern modernisierte alte Wagen: Die KVB nimmt sich Bahnen aus der so genannten 2100er-Serie aus den Jahren 1984 und 1985 vor, reißt nahezu alles raus und baut die Bahnen komplett neu aus. Angekündigt wurden die Umbauarbeiten schon vor fünf Jahren, eigentlich hätten die ersten Wagen schon 2011 modernisiert werden sollen, allerdings gab's diverse Verzögerungen durch eine europaweite Ausschreibung.
Neues Design innen und außen
Die neuen Bahnen bekommen die Serienbezeichnung 2400 und sehen deutlich anders aus: Die Schnauze der Bahn hat nun eine deutliche Ausbuchtung (ein Teil der Technik ist aus dem Fußraum der Fahrerkabine nach draußen umgezogen), auch oben auf dem Dach sind neue Elemente zu sehen. Der Plan der KVB: Jeder Bahn-Typ soll sein eigenes Gesicht bekommen, sich aber trotzdem in die „ganze Familie“ eingliedern.
Auch im Inneren der Bahn ist alles neu. Ramien: „Wenn Sie die Bahn betreten, haben Sie das Gefühl, in ein komplett neues Fahrzeug zu steigen.“ In der Tat ist ein Großteil der Inneneinrichtung (Sitze, Haltestangen, etc.) neu - aber nicht alles: Alte Teile, die haltbar und bedienerfreundlicher sind, werden auch eingesetzt.
Umbauen statt neu bauen
Ziel der Bahn-Umbaumaßnahme: Sparen! Bei Straßenbahnen geht man von einer Lebensdauer von rund 30 Jahren aus, statt die Bahnen dann abzuwracken oder (wie bislang auch üblich) ins Ausland zu verkaufen, nutzt die KVB sie nun weiter. So sollen pro Bahn etwa 500.000 Euro gegenüber der Neuanschaffung gespart werden.
Alte Bahnen umbauen statt neue Bahnen zu kaufen - das machen auch die Stadtwerke in der Nachbarstadt Bonn: Hier wurden letztes Jahr auch schon umgebaute Bahnen aus den 70ern präsentiert.
Erstmal zwei neue Bahnen
Zunächst werden zwei Bahnen von den KVB umgebaut, damit die in der typischen Doppel-Traktion durch Köln fahren können. Ist dieser neue Zug erstmal auf der Schiene, geht die neue alte Bahn in Serie - dann sollen jährlich mehrere Bahnen modernisiert werden.
Wann der neue Zug erstmals im normalen Betrieb ist, ist noch unklar. Sicher ist: Die Bahn soll so schnell wie möglich, am besten noch bis zum Sommer, auf den Hochflur-Linien eingesetzt werden. Vorher stehen allerdings noch Testfahrten an - und die Bahn muss natürlich noch eine wichtige Zulassung bekommen.
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