Köln - Wieder haben städtische Beamte dienstliche Rechner für private Zwecke missbraucht. Witze, Fotos, Filme hat das Rechnungsprüfungsamt gefunden. Auch Sexbilder - sogar im Amt für Kinderinteressen.
Rund 2000 Rechner hat das Amt stichprobenartig überprüft - und ist auf vielen fündig geworden: Private Fotos aus dem letzten Urlaub, Filmchen vom Töchterchen auf dem Dreirad, private E-Mails und Dateien mit Titeln wie „VielSpaß.rtf“, „Anmache.rtf“, „TauscheMannGegenKatze.pps“ und mehr.
Auf der Prüfliste, die EXPRESS vorliegt, gibt es im Sozialamt, beim Jugendamt und bei den Museen auch Einträge unter der Rubrik „Erotik“. Auf Nachfrage beim Rechnungsprüfungsamt bestätigt ein Mitarbeiter, der nicht genannt werden will, dass auch Pornografie entdeckt wurde.
Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein (SPD) bestätigt, dass auch im Kinder- und Jugendamt Rechner privat und in einem Einzelfall mit erotischem Inhalt genutzt wurden: „Es handelte sich um zwei barbusige Frauen“, erklärt sie. „Missbrauch kann man nie ausschließen, aber es war definitiv keine Pornografie. Wir prüfen gleichwohl personalrechtliche Konsequenzen.“
Hauptsächlich wurden aber Witzbilder gefunden. An sich harmlos, aber: Die Sicherheit des städtischen Intranets wird durch jede private Nutzung gefährdet. „Technik allein kann keinen Schutz garantieren“, heißt es im Prüfbericht. „Die zur IT-Sicherheit erlassenen Anweisungen müssen strikt befolgt werden.“
2005 war ein städtischer Mitarbeiter wegen Pornos auf seinem Dienstrechner gekündigt worden. Doch die Zahl der Verstöße hat seither nicht ab- sondern zugenommen.
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