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„Zu frivol“: Ringschläger prügeln Frau in kurzem Kleid

Kleid zu kurz - da prügelten zwei Männer auf eine junge Kölnerin ein. (Symbolfoto)

Kleid zu kurz - da prügelten zwei Männer auf eine junge Kölnerin ein. (Symbolfoto)

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dpa

Köln -

Zu kurz, zu aufreizend, zu frivol: Weil den zwei Männern (25, 26) das Kleid der jungen Frau missfiel, pöbelten sie die 19-Jährige auf den Ringen am Rudolfplatz an. Und sie gingen noch weiter – und wurden handgreiflich!

Zwei Männer gegen eine Frau: Unfassbar, wie die Ringschläger Ali H. und Mehmet K. (alle Namen geändert) in der Nacht auf den 29. Dezember 2012 auf sie und ihr Kleid reagierten.

Die Frau wartete an der Haltestelle Rudolfplatz auf die Straßenbahn. Die jungen Kerle mochten ihr Outfit offenbar nicht, Ali beschimpfte sie: „Hure, zieh was an.“ Sie betitelte ihn daraufhin als „Hurensohn“. Da packte er sie, hielt sie fest und sein Kumpel Mehmet haute zu. Mit der Faust aufs Auge!

Als die Polizei eintraf, um Mehmet festzuhalten, hielt sich Ali nicht an den erteilten Platzverweis. Sie wurden wegen Beleidigung, Körperverletzung und Widerstands gegen Polizeibeamte angeklagt.

Im Gericht entschuldigten sie sich für ihr Verhalten. „Es ist ein bisschen ausgeufert, es tut ihm leid“, so Alis Verteidiger. „Ich hatte ein blaues Auge. Und das Kleid war gar nicht so kurz“, erklärte die 19-Jährige (in Jeans) auf dem Gerichtsflur.

Als Zeugin wurde sie nicht gehört, weil die beiden Angeklagten die Taten gestanden. Die Richterin am Amtsgericht Köln appellierte an die Schläger: „Ich finde, es wäre an der Zeit, dass Sie erwachsen werden und sich nicht benehmen wie wildgewordene Halbstarke.“

Da der nicht vorbestrafte Mehmet K. noch wegen einer weiteren Tat angeklagt wurde, bei der er auch jemandem ein Veilchen schlug und gegen Polizisten vorging, kassierte er acht Monate auf Bewährung, plus 100 Sozialstunden. Der bereits straffällig gewordene Ali H. bekam sieben Monate, ausgesetzt zur Bewährung, sowie 50 Sozialstunden.