Köln - Sie haben die Größe von Kopfsteinpflastersteinen, erinnern mit ihren Messingplatten namentlich an Kölner, die von Nazis verschleppt und getötet wurden: Die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig werden vor den Häusern verlegt, in denen die Opfer zuletzt wohnten.
In der Sedanstraße 29 wurden jetzt bereits zum zweiten Mal neu verlegte Stolpersteine wieder aus dem Pflaster gerissen.
Demnig (59) hat in ganz Deutschland bereits 12.500 Stolpersteine verlegt. 50 wurden bislang beschädigt oder gestohlen. So auch in der Sedanstraße 29, in Nähe des Reichensperger Platzes. 2001 wurden hier zehn Stolpersteine verlegt und nur wenige Tage später von Unbekannten entfernt. In der vergangenen Woche wurden an derselben Stelle erneut Stolpersteine in den Bürgersteig eingelassen - und wieder wurden alle Denkmäler heraus gerissen.
Künstlerin Karin Richert (57) ist entsetzt: „Am Montag fehlten zwei Steine, und als ich die Stelle am Dienstag fotografieren wollte, waren alle zehn Stolpersteine weg und neue Gehwegplatten eingesetzt.“
Es wurde Anzeige erstattet, die Polizei ermittelt wegen Diebstahls. Karin Richert geht davon aus, dass Nachbarn die Steine aus ihrer Fassung rissen. Der Hintergrund ist unklar: „Wir wissen nicht, ob dahinter rechtes Gedankengut handelt oder ob sich die Anwohner durch die ständige Erinnerung an die Opfer gestört fühlen“, so Richert. Dr. Jürgen Wilhelm von der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit: „Das ist eine unglaubliche Schweinerei. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Aktion einen rechtsextremen Hintergrund hat.“
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