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"Preisbremse" lässt Mieten steigen: Atlas: So teuer ist Wohnen in Köln

Teures Pflaster: die Südstadt.

Teures Pflaster: die Südstadt.

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dpa

Köln -

Der kürzeste Witz über Köln kommt mit drei Wörtern aus: „Suche günstige Wohnung.“ Von so einer können wir uns wohl endgültig verabschieden. „Gerade die bislang noch günstigen Wohnungen haben in Köln überdurchschnittlich angezogen“, berichtet Immobilien-Experte Roland Kampmeyer (45).

Der Chef des Kölner Maklerunternehmens nennt als Grund: „Politiker diskutieren intensiv über die Einführung einer Mietpreisbremse. Das hat dazu geführt, dass selbst Vermieter, die jahrelang nicht erhöht haben, vor der staatlichen Regulierung noch mal mit einer Erhöhung zugeschlagen haben.“

Leidtragende sind auch Alt-Mieter, bei Neuvermietungen würden sich Hauseigentümer ohnehin an den ortsüblichen Preisen orientieren. Und die sind in der wachsenden Stadt Köln verdammt hoch.

Die derzeitige Kaltmiete liege inzwischen in Köln bei 9,76 Euro pro Quadratmeter. Eine Steigerung von 3,26 Prozent zum Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Unternehmen, das mit dem Institut „Innovatives Bauen“ Tausende aktuelle Daten analysiert hat.

Mieten in Köln werden immer teurer
Köln, 10.09.14. Von den Mietsteigerungen sind vor allem Wohnungen im unteren Preissegment betroffen. Ein Ende der Mietpreissteigerungen ist nicht in Sicht.

Herausgekommen ist der neue Miet-Atlas, der zeigt, dass die Preise höchst unterschiedlich sind – je nach Stadtteil, je nach Ausstattung der Wohnung.

Spitzenreiter ist die südliche Neustadt. Dort werden im Schnitt 11,43 Euro verlangt. Nach den Rekordsteigerungen in den vergangenen Jahren beobachten die Analysten, dass sich die Mieten in guten Lagen inzwischen stabilisieren – allerdings auf hohem Niveau.

Prognose der Experten: Die Durchschnitts-Mieten werden in den nächsten zwei, drei Jahren weiter steigen – und zwar über der Inflationsrate.

Auch der Erwerb von Immobilien ist in Köln weiter attraktiv. Stichwörter: sichere Kapitalanlage und niedriger Zins. Für eine Eigentumswohnung Neubau werden derzeit 3700 Euro für den Quadratmeter fällig.

Aber der Markt bremse sich allmählich ein. Jörg Weisenberger (43) vom Immobilienfinanzierer „Hüttig Rompf“ sagt: „Banken finanzieren nicht mehr jede überteuerte Immobilie.“