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„Mein Ziel war es, sie zu töten“: Der Reker-Attentäter: Sein wirres Geständnis

Sekunden nach der Festnahme steht Frank S. mit schwarzer Wollmütze und in Jeans am Tatort, spricht mit einer Polizistin.

Sekunden nach der Festnahme steht Frank S. mit schwarzer Wollmütze und in Jeans am Tatort, spricht mit einer Polizistin.

Köln -

Es ist der Einblick in die gefrustete Seele eines Neonazis. Gescheitert im Leben. Kein Job, ein verqueres Weltbild und mit sich selbst im Konflikt. Selbstmord begehen oder jemanden umbringen? Im Polizeiverhör machte der Reker-Attentäter erschreckende und wirre Angaben. Der Rechtsradikale hoffte noch nach seiner Festnahme, dass OB-Kandidatin Henriette Reker (58) an ihren schweren Verletzungen sterben wird. Das geht aus seinem Geständnis hervor, das er auf dem Weg ins Präsidium ablegte.

Frank S. (44) jammerte, dass er schon seit acht Jahren arbeitslos sei, da man seine Stelle als Maler und Lackierer gestrichen habe - und berichtete den Beamten von einem Vorfall. „Im Arbeitsamt ist mein Fall von einer verschleierten Fachberaterin bearbeitet worden. Die hat mich behandelt wie der letzte Dreck, daraufhin bin ich da nicht mehr hin und wollte nur noch von Hartz IV leben.“

Interessant: Bei der Agentur für Arbeit ist die Akte von Frank S. nach unseren Informationen als geheim eingestuft und gesperrt. Obwohl er nie mehr im Jobcenter auftauchte und sich um eine Stelle bemühte, erhielt er jahrelang Hartz IV.

Auch über seine Vergangenheit sprach er mit den Beamten: „Ich habe mal vor 15 Jahren für vier Monate im Gefängnis gesessen wegen so einer Meinungssache.“ Damals sei er Mitglied im Nationalen Widerstand gewesen. Von der Gruppe habe er sich aber durch den Umzug von Bonn nach Köln entfernt, so Frank S.

Umgezogen sein könnte er deshalb, weil er in Bonn Streit mit seinem Vermieter hatte. Der war Kampfsport-Lehrer und hatte genug von den Saufgelagen, die Frank S. mit rund 30 Nazi-Freunden dort abhielt.

Im Verhör erzählte der 44-Jährige außerdem von einem Suizidversuch: Vor drei Monaten habe er sich umbringen wollen. „Ich stand auf der Autobahnbrücke, befestigte ein Seil an der Brücke und an meinem Hals.“ Dann aber habe sein Überlebensinstinkt eingesetzt. Er habe in einem Deutschland, das von Flüchtlingen überschwemmt werde, nicht leben wollen.

Wiederholt fokussierte sich der Attentäter in seinen wirren Thesen auf Henriette Reker, die „eine Schuldige für dieses ganze Ausländerproblem“ sei. Man brauche nur ihre Internetseite ansehen, „da gibt es nur Beiträge zu Flüchtlingsthemen.“ Und weiter: „Wenn Reker zehn Jahre im Amt ist, ist Deutschland endgültig zum Islam konvertiert.“

Der Attentäter gestand zudem, er habe sich Tage zuvor im Internet informiert, wo er die OB-Kandidatin treffen würde. „Mein Ziel war es, sie an diesem Tag zu töten und als Mörder in den Knast zu gehen. Ich habe auf ihren Hals gezielt und auch getroffen. Ich hoffe, dass sie noch stirbt. “ Damit wolle er Deutschland und auch den Polizisten einen Gefallen tun.

Die Beamten sagten später aus, dass Frank S. total abgeklärt gewesen sei und einen gefassten Eindruck machte.

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