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„Karneval ohne Sorge“: Bau gestoppt! Kein „Charlie Hebdo“-Wagen im Rosenmontagszug

Der Gewinner-Entwurf des Charlie-Hebdo-Wagens.

Der Gewinner-Entwurf des Charlie-Hebdo-Wagens.

Köln -

Es gab viele, lange Diskussionen. Und alle kreisten sie um ein Thema: Ist es einfach zu riskant, den Persiflage-Wagen, der das Massaker in Paris zum Thema hat, im Kölner Rosenmontagszug mitgehen zu lassen. Mittwochabend beschloss dann das Festkomitee Kölner Karneval, den Wagen nicht im Zoch mitgehen zu lassen.

Pressesprecherin Sigrid Krebs: „Wir möchten, dass alle Besucher, Bürger und Teilnehmer des Kölner Rosenmontagszuges befreit und ohne Sorgen einen fröhlichen Karneval erleben. Einen Persiflagewagen, der die Freiheit und leichte Art des Karnevals einschränkt, möchten wir nicht.“ Deshalb haben man entschieden, den Bau des geplanten „Charlie-Hebdo“-Wagens zu stoppen.

Beratungen mit der Polizei

Vorangegangen waren intensive Beratungen mit der Kölner Polizei. Krebs: „Nach Auskunft hochrangiger Vertreter der Polizei und weiterer Behörden gegenüber dem Festkomitee besteht und bestand keinerlei Risiko für den Kölner Rosenmontagszug, weder für Teilnehmer noch für Besucher - auch ausdrücklich nicht wegen des „Charlie-Hebdo“-Wagens.“ Man habe auch mit den Karnevalsgesellschaften gesprochen, die sich für die Mitfahrt auf diesem Wagen beworben haben.

Auch habe es eine große Resonanz in den sozialen Netzwerken gegeben: „Viele Menschen haben uns zugestimmt und bekräftigen das Vorhaben, ein Zeichen zu setzen.“

„Meinungsfreiheit ist hohes Gut“

Allerdings habe man im Festkomitee auch Rückmeldungen von besorgten Bürgern erreicht. Krebs: „Der Karneval soll jedoch nicht zu Sorgen führen - vielmehr wollen wir alle gemeinsam unbeschwert feiern.“ Ausdrücklich bekennen sich FK-Präsident Markus Ritterbach und seine Mitstreiter zu den Persiflage-Wagen: „Das Festkomitee steht zur Aussage dieses Wagens und der demokratischen Abstimmung der Entwürfe sowie zum eindeutigen Votum für den geplanten Wagen. Die Meinungsfreiheit aller ist ein hohes Gut der Demokratie. Der Kölner Rosenmontagszug lebt mit seinen aktuellen Persiflagen diese Meinungsfreiheit jedes Jahr.“

Angesichts der Besorgnis, es könne zu einer Beeinträchtigung des fröhlichen Festes kommen, habe man diese Sorgen von Bürgern zum Anlass genommen, nun die Entscheidung zu treffen, den Wagen nicht im Zoch mitgehen zu lassen.