Er arbeitet hart. Draußen. Bei jedem Wetter. 45 Stunden die Woche.
Steine schleppen, Müll aufsammeln, Gestrüpp ausrupfen, Gartenpflege. Sein Lohn: Nichts, null, kein einziger Cent. Hartz-IV-Empfänger Olaf P. (36) ist Kölns erster Null-Euro-Jobber.
Olaf P. (Name geändert) will nicht erkannt werden, er befürchtet Ärger mit der Arge. Der Kölner steht an einer Klinkermauer, klopft den Putz von den Steinen, stapelt sie auf eine Palette. Begonnen hat er damit um 7 Uhr, Feierabend ist 16 Uhr. So wie jeden Tag.
P. arbeitet für den Ehrenfelder Verein „EVA“, der sich um die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen bemüht. Nebenbei soll das Ganze auch zur „Stadtverschönerung“ beitragen. P. hat drei Kollegen, sie alle bekommen keinen Lohn.
Seit sechs Jahren lebt er von der Stütze. Kürzlich kam ein Schreiben von der Kölner Arge. 30 Prozent seines Hartz-IV-Geldes wollten sie ihm abziehen, wenn er nicht an so einer Vollzeitmaßnahme teilnehme. „Dann hätte ich noch 50 Euro zum Leben gehabt.“
So bekommt er weiter 450 Euro Stütze, muss davon 250 Euro Miete bezahlen, jeden Tag von Höhenhaus nach Ehrenfeld fahren. „Das KVB-Monatsticket für 28,90 Euro zahlt mir der Verein.“
Arge-Chef Klaus Müller-Starmann dazu: „Das ist keine Beschäftigung, sondern eine Qualifizierung mit fachlicher Anleitung.“ Zum Vollzeitjob gehörten auch Kurse, Bewerbungstrainings, Job-Vermittlung. Ziel sei es, die Kandidaten für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Olaf P. meckert übrigens auch gar nicht: „Ich habe die Hoffnung, dass die mir nach einem halben Jahr Gratis-Arbeit eine Stelle anbieten.“ Bezahlt versteht sich.
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