Sabrina Mockenhaupt ist derzeit Deutschlands erfolgreichste Läuferin. Am kommenden Sonntag startet die 30-Jährige in Köln beim Halbmarathon. Im großen Interview spricht sie über ihre Ziele, Olympia 2012 und die Angst vor dem Marathon.
Wie haben Sie zuletzt trainiert?
Mockenhaupt: Ich bin pro Woche 210 Kilometer gelaufen, also im Schnitt am Tag 30 Kilometer. Da ist dann alles dabei, auch 16 Kilometer lange Tempo- Wechsel-Läufe oder ganz lange, etwas langsamere Läufe.
Wie lang geht es im Training?
35 Kilometer. Die laufe ich natürlich nicht alleine. Mein Vater Alfred begleitet mich mit dem Fahrrad und hat Getränke dabei. Sonst würde ich die große Runde ja gar nicht schaffen.
In Köln laufen Sie den Halbmarathon, warum nicht den ganzen?
Köln ist für mich ein Formtest, ich will dann am 30. Oktober beim Frankfurt-Marathon die Qualifikation für Olympia 2012 in London schaffen. In Köln will ich die 21,1 Kilometer unter 1:10 Stunden laufen. Beim Marathon in Frankfurt will ich meine Bestzeit von 2:26,21 Stunden unterbieten.
Haben Sie vor einem Marathon- Start Angst?
Ein Marathon ist immer etwas Besonderes. Natürlich habe ich auch ein wenig Angst und Respekt. Ich will es aber trotzdem immer gerne schaffen. Fakt ist: Alles, was ab 30 Kilometer kommt, ist die pure Quälerei. Und das ist aber auch die Motivation. Denn ich versuche im Training immer mehr zu machen, damit ich beim Marathon bis zum Ende immer besser durchkomme.
Holen Sie sich auch mal Tipps von Männern wie Haile Gebrselassi?
Ich habe ihn schon bei Wettkämpfen getroffen, aber persönlich frage ich ihn nicht. Dennoch lese ich alle seine Interviews, um zu sehen, was er so trainiert. Da picke ich mir dann den ein oder anderen Tipp raus, wenn er zu mir passt.
Täglich 30 Kilometer. Was tun Sie, wenn Sie mal keine Lust haben?
Das kommt natürlich vor. Ich muss mich dann aufraffen und einfach loslaufen. Nach zwei Kilometern kommt die Lust dann von alleine, dann rollt es. Außerdem denke ich immer daran, dass ich am Abend total unzufrieden wäre, wenn ich mein Pensum nicht geschafft hätte. Das will ich mir ersparen, also laufe ich los. Und ganz wichtig für die Motivation: ich muss ein Ziel haben. Das ist Olympia.
Was ist da drin?
Eine Medaille ist utopisch. Aber ein Platz unter den besten zehn wäre der Hammer.
Jetzt steht erstmal Köln an, freuen Sie sich drauf?
Das ist mit Sicherheit der stimmungsvollste Lauf Deutschlands. Was an der Strecke los ist, ist einfach fantastisch. Verrückt, denn da stehen auch Leute, die gerade aus der Diskothek gefallen kommen, und feuern dich an. Die Strecke ist auch angenehm – neu und schneller.
Wie viele Laufschuhe haben Sie eigentlich?
Oje, ich sammel auf jeden Fall keine High Heels, wie andere Frauen. Ich mag es auch abseits des Trainings bequem. Momentan laufe ich sechs Paar im Wechsel. Im Jahr verbrauche ich 25 Laufschuhe.
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