Köln/Attendorn - Dem als Reifen-Millionär gefeierten Rüdiger Höffken ist die Luft ausgegangen.
Der Bauer aus dem Kölner Dreigestirn von 2006 musste für seine Firma RH Alurad Höffken GmbH beim Amtsgericht in Siegen Insolvenz anmelden (Az. 25 IN 293/08).
Höffken – eine schillernde Figur der Kölner Gesellschaft. Er war in den 90ern Schatzmeister bei Schalke, bis 2006 auch FC-Sponsor. Als er seinen 35 Mitarbeitern in Attendorn (mit den Werken in Polen sind es 220) über die Zahlungsunfähigkeit informierte, weinte er. „Ich hab seit anderthalb Jahren nicht mehr richtig geschlafen. Hätte ich diese Entscheidung jetzt nicht getroffen, wäre es Insolvenzverschleppung gewesen“, sagte der Unternehmer zu EXPRESS. Und das wäre eine Straftat.
Rüdiger Höffken – ein Selfmade-Mann. Als Student hatte er in Belgien gebrauchte Reifen aufgekauft, Stunden später in Deutschland weiterverkauft. Daraus wuchs ein Imperium - „Felgenzar“ wird er in seiner Heimatstadt Attendorn genannt.
2008 ist zum schwarzen Jahr für ihn geworden. Die Automobilbranche krebst vor sich hin, Zulieferbetrieben brachen die Aufträge weg. Im August wurde Höffken wegen Steuerhinterziehung zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung und 150.000 Euro Geldbuße verurteilt. Jetzt das Firmen-Aus. Höffken wollte die Firma verkaufen, die Banken kündigten Kredite, die Hausbank sperrte die Konten.
„Ich werde mich trotzdem nicht verstecken. Ich habe nichts falsch gemacht, jedenfalls nicht bewusst“, sagt der Unternehmer: „Ich habe gestern Abend noch einen Brief an unseren Prinzengarde-Präsidenten geschreben. Ich gehe mit allem offen um.“ Seine Frau Monika fährt eine Woche ins Ferienhaus auf Sylt. „Sie hat mit allem ja nichts zu tun“, sagt Höffken. Zum Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Siegen den Kölner Anwalt Dr. Bruno Kübler bestellt. Am Freitagabend traf er sich zum ersten Mal mit dem Felgenzar. Höffken: „Ich will die Arbeitsplätze erhalten.“
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