Köln - Unglaublich, aber wahr? Der 1. Türkische Karnevalsverein Deutschlands wurde in Köln gegründet.
Glaubt man einer Pressemitteilung, wollen „orthodoxe Muslime“ einen gesitteten Karneval schaffen, weg vom „Poppe, Kate, Danze“.
Ein eigener Wagen im Rosenmontagszug ist geplant (natürlich schon diese Session), es soll eigene Sitzungen geben, türkische Umzüge. Und zur Krönung auch noch ein eigenes Dreigestirn!
Als da wären: Prinz Davut, Bauer Tarek und Jungfrau Melek (auch im wirklichen Leben eine Frau), die sich der türkisch-stämmigen Jecken (immerhin soll es schon 35 Vereinsmitglieder geben) annehmen wollen.
„Wir sind der Überzeugung, dass Freizügigkeit und Alkohol nicht unabdinglich zum Karneval gehören“, sagt der Vorsitzende Davut Yilmas in besagter Mitteilung. Darüber kann man ja auch wirklich diskutieren.
Wir haben versucht, Prinz Davut ans Telefon zu bekommen. Keine Chance. Bloß die Pressesprecherin, eine gewisse Katharina Starke („Ich bin die Frau eines Vereinsmitglieds“), war zur Stellungnahme bereit.
EXPRESS fragte nach: Wer sind diese Leute überhaupt? Antwort: „Herr Yilmaz ist im Import und Export in Deutz tätig“, erzählt Starke.
„Herr Aslan ist im Krankenhaus beschäftigt, ich glaube, als Krankenpfleger.“
Und die Jungfrau? „Melek Cezmi studiert BWL an der Uni.“ Aha!
Und es gibt sogar ein Foto der drei, das EXPRESS exklusiv vorliegt. Und da darf sich jeder Leser selber ein Urteil bilden, ob wir hier orthodoxe Muslime sehen, oder verkleidete Studenten auf einer feucht-fröhlichen Feier.
Lange will uns das getürkte Dreigestirn aber nicht mehr im Dunkeln tappen lassen. Am Donnerstag gibt’s eine Pressekonferenz im City Class Hotel Caprice. Und dann wird es sicherlich eine Antwort geben. Auf die Frage: Wer hält hier eigentlich wen zum Narren?
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