Selten fuhr eine deutsche Mannschaft mit maueren Aussichten zu einer Handball-WM wie die Truppe von Bundestrainer Martin Heuberger zum Turnier ab Freitag in Spanien.
Dass sich etwas tun muss im deutschen Handball ist allen Beteiligten klar. Aber was, darüber streiten sich die Geister. Doch nach unseren Informationen könnte im kommenden September, wenn der Nachfolger des scheidenden Handball-Präsidenten Ulrich Strombach (68) gewählt wird, ein Putsch stattfinden.
Handball-Ikone Stefan Kretzschmar (39) nämlich brachte am Mittwoch via Sport-Bild den früheren Kieler Manager Uwe Schwenker (53) ins Spiel. Und das war kein Schuss ins Blaue. Schwenker ist im Zuge der Kieler Schiedsrichter-Affäre vom Vorwurf der Bestechung freigesprochen worden, und auch das Untreue-Verfahren scheint für ihn folgenlos zu bleiben.
Jetzt plant er sein Comeback. Die kolportierten Ambitionen auf ein hohes DHB-Amt dementiert er nicht. „Ich beteilige mich nicht an Spekulationen, das habe ich noch nie gemacht. Ich will zuerst meinen Freispruch. Erst dann werde ich über andere Dinge sprechen. Aber es gibt auf allen Ebenen eine Menge Handlungsbedarf.“
Kretzschmar will in dem neuen Handball-Konstrukt der Team-Manager werden. Und die Gerüchteküche bringt auch Berlins umtriebigen Manager Bob Hanning (44) ins Spiel. Der Ex-Assistent des heutigen Sportdirektors Heiner Brand (60) könnte je nach Struktur hauptamtlicher Geschäftsführer oder Vizepräsident für Leistungssport werden. „Diese Überlegungen sind mir alle nicht neu“, gibt Schwenker zu.
Und die Revolutionäre haben offenbar einen großen Trumpf in der Hinterhand. Der Ex-Gummersbacher Alfred Gislason (53), den viele nicht erst seit seiner perfekten Saison mit dem THW Kiel für den besten Handball-Trainer der Welt halten, soll das Premium-Produkt Nationalmannschaft endlich wieder auf Vordermann bringen.
Die Gesichter der Handball-Revolution? Kiels Erfolgscoach Alfred Gislason könnte Bundestrainer werden, Berlins Manager Bob Hanning Geschäftsführer, Uwe Schwenker Präsident.
Foto: dpa„Es ist offensichtlich, dass sich etwas ändern muss“, sagt Gislason, der sowohl mit Schwenker als auch mit Kretzschmar gut befreundet ist. Er konzentriere sich auf den THW Kiel, sagt er, fügt aber an: „Ich möchte irgendwann eine Nationalmannschaft trainieren und die interessanteste ist da mit Sicherheit die deutsche...“
Seine Bereitschaft gilt als sicher. Nur einer hätte mit dieser Neuordnung ein großes Problem: Für Weltmeister-Trainer Heiner Brand, mit einigen Beteiligten in herzlicher Abneigung verbunden, wäre in diesem Konstrukt kein Platz.
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