Empfehlen | Drucken | Kontakt12.11.2011 - 19:26 Uhr

Staatsanwalt ermittelt: Rätsel um den Tod der Schiri-Zwillinge

Reiner (l.) und Bernd Methe hatten bei dem Unfall keine Chance.
Reiner (l.) und Bernd Methe hatten bei dem Unfall keine Chance.
Foto: imago
Haigerloch –  

Der Mercedes ist nagelneu, die Straße übersichtlich, und sie verläuft geradeaus. Plötzlich bricht das Fahrzeug aus, es gerät auf die Gegenfahrbahn, prallt frontal gegen einen Lastzug.

Die beiden Männer in der Limousine, die Zwillingsbrüder Bernd und Reiner Methe (†47) sind sofort tot. Die Handball-Welt trauert um zwei ihrer besten Schiedsrichter. Und sie fragt: Wie konnte dieses schreckliche Unglück passieren?

Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat die Ermittlungen aufgenommen und ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. Am Samstag suchte sie noch nach einem Zeugen, der auf der B 463 zwischen Empfingen und Haigerloch in dieselbe Richtung wie die Methes gefahren und von ihnen kurz vor dem Unfall überholt worden sein soll. Der Lastwagenfahrer, der wie sein Beifahrer einen schweren Schock erlitt, hatte vergeblich versucht auszuweichen.

Der Schwarzwälder Bote berichtet, dass die Leichen zunächst nicht geborgen werden konnten, man habe auf die Staatsanwältin aus Rottweil warten müssen. Außerdem habe die Polizei befürchtet, dass der im Straßengraben hängende Lkw dann ganz umkippen würde, ein Kran musste angefordert werden.

Unterdessen warteten die Handball-Fans in Balingen auf den Anpfiff der Partie gegen den SC Magdeburg – aber der blieb aus. Nach Eintreffen der Horror-Nachricht wurde das Spiel abgesagt, die übrigen Begegnungen der Handball-Bundesliga aber sollen stattfinden.

„Ich denke, das wäre in ihrem Sinne gewesen“, sagte Volker Zerbe, Geschäftsführer des TSV Lemgo vor dem Spiel bei Meister THW Kiel. Den Schiedsrichterkollegen stellte der Verband frei, ob sie pfeifen oder ausgetauscht werden wollten.

Für die Mannschaften war Trauerflor, in den Hallen eine Schweigeminute angesagt. Rolf Brack, Trainer des HBW Balingen-Weilstetten, sagte, was alle fühlen: „Wir sind geschockt.“

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