Handball
Berichte über Handball-Länderspiele, VfL Gummersbach und die Handball-Bundesliga

Empfehlen | Drucken | Kontakt 14.01.2013 - 20:10 Uhr

Schulz mit lustig: Dieser „Deutsche“ will uns schocken

Von NILS WEBER
Argentiniens Torwart Matias Schulz will auch am Dienstag gegen Deutschland jubeln.
Argentiniens Torwart Matias Schulz will auch am Dienstag gegen Deutschland jubeln.
Foto: dpa
Granollers –  

Die Anspannung ist spürbar im Lager der deutschen Handballer, auch wenn alle Beteiligten um Lockerheit bemüht sind. Alles andere als ein Sieg gegen Argentinien im dritten Vorrundenspiel der WM wäre ein Debakel und ließe das Minimalziel Achtelfinale in weite Ferne rücken.

Frust herrschte bei den zahlreichen deutschen Fans in Spanien nach der überraschenden Pleite gegen Tunesien.
Frust herrschte bei den zahlreichen deutschen Fans in Spanien nach der überraschenden Pleite gegen Tunesien.
Foto: dpa

Ausgerechnet ein „Deutscher“ will die Deutschen schocken. Schulz mit lustig! Es wird richtig ernst für die „jungen Wilden“ von Bundestrainer Martin Heuberger, deren härtester Widersacher in den Reihen des Gegners ihre Sprache spricht und in dessen Adern auch deutsches Blut fließt: Argentiniens Keeper Matias Schulz. Seit Jahren großer Rückhalt der Handball-Gauchos – und sogar torgefährlich!

Christoph Theuerkauf, Silvio Heinevetter, Oliver Roggisch und Carsten Lichtlein schauen entsetzt durch die Gegend.
Christoph Theuerkauf, Silvio Heinevetter, Oliver Roggisch und Carsten Lichtlein schauen entsetzt durch die Gegend.
Foto: Getty Images

„Es ist immer etwas Besonderes, gegen Deutschland zu spielen“, so der 30-Jährige, der 102 Länderspiele auf dem Buckel hat und für einen Torhüter schon drei Tore erzielen konnte. Deutschland ist das Land seiner Ahnen. Seine Urgroßeltern wanderten einst nach Argentinien aus, die Sprache wurde von Generation zu Generation weitergegeben.

Von 2006 bis 2008 spielte Schulz in der 2. Liga für Dessau, derzeit spielt er in Spanien bei Helvetia Anaitasuna. Ein Herz für Deutschland hat er am Dienstag aber nicht. „Wir wollen gewinnen“, sagt Schulz, der auf die Schwächen des DHB-Teams hofft und darauf, „dass Deutschland mehr Fehler macht als wir“.

Das Heuberger-Team ist Favorit, steht aber nach der Tunesien-Pleite mit dem Rücken zur Wand. Argentinien hat bei der vergangenen WM den Ruf eines Favoritenschrecks erworben. Zwar verlor der Panamerika-Meister gegen Brasilien trotz eines überragenden Schulz, aber zum Auftakt hatten die „Gauchos“ überraschend Montenegro besiegt.

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