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Handball-EM: Erfolgloser Neu-Bundestrainer unter Feuer

Versprüht nicht gerade Optimismus: Bundestrainer Martin Heuberger.
Versprüht nicht gerade Optimismus: Bundestrainer Martin Heuberger.
 Foto: dapd
Köln/Nis –  

Auf den Medientermin mit den deutschen Handballern legte die mitgereiste Journaille keinen gesteigerten Wert.

Ein Teil genoss lieber den sonnigen Nachmittag in der schönen Altstadt der serbischen Kleinstadt Nis, der Rest suchte hektisch schon nach Rückreisemöglichkeiten für den Fall eines Vorrunden-Aus des Weltmeisters von 2007.

Die Worthülsen des irrlichternden Kapitäns Pascal Hens (kein Tor) oder des müden Abwehr-Kämpen Oliver Roggisch kann ohnehin niemand mehr hören.

Nach nur einem EM-Spiel steht das Projekt Neuanfang unter Bundestrainer Martin Heuberger bereits auf der Kippe. Zwar sagt Vorgänger und DHB-Sportdirektor Heiner Brand: „Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft sich fängt.“ Aber diesen Glauben hat er ziemlich exklusiv.

Erste Maßnahme: Trickwurf-Verbot

Ob das die Lösung aller Probleme ist? Erfolglos-Bundestrainer Martin Heuberger hat seinen Spielern bei der Handball-EM ab sofort ein Trick-Wurf-Verbot auferlegt. Vor dem Spiel am Dienstag gegen Mazedonien (18.15 Uhr/ARD) sagt Heuberger: „Wir dürfen keine Heber und Dreher mehr machen. Das geht nicht in unserer Situation.“ Deutschland muss gewinnen, um sich die Chance auf die Olympia-Quali zu erhalten.

Denn der Auftritt gegen die Tschechen (24:27) war zum Heulen! Dass Pascal Hens vor dem Spiel per Ansprache versuchte, die Mannschaft zu emotionalisieren, ist ehrenwert. Genauso, dass er nachher den Wortführer mimt. Doch gegen die international höchstens zweitklassigen Tschechen warf er nicht ein Tor.

Nun kommt es schon Dienstag zum wohl entscheidenden Duell gegen Mazedonien. Und was für eine Hölle die deutschen Mimöschen da erwartet, durften Heu(l)berger & Co. bei deren Remis gegen die Schweden miterleben.

Dass der neue Bundestrainer nach fünf Niederlagen in sechs Spielen noch die Kurve bekommt, erwarten die wenigsten. Allerdings zerbricht seine Mannschaft auch am unnötigen Druck, der durch die Zielvorgabe Olympia-Qualifikation von den DHB-Bossen erzeugt wurde. So wurde ein echter Umbruch unmöglich.

Florian Kehrmann, Weltmeister 2007 sagt zwar, dass noch „alles möglich sei“, aber er weiß auch, dass Fehler im Vorfeld gemacht wurden: „Die Einzelspieler sind durchaus Weltklasse, aber wir haben keine Mannschaft, denn es wurden in der Vergangenheit zu viele Experimente gemacht. Einige Personalentscheidungen kann ich nicht nachvollziehen.“

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