Schlaf schön, träum süß... Ein frommer Wunsch. Denn gute Träume können wir weder heraufbeschwören noch erzwingen, weiß Prof. Michael Schredl vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit. Der Traumforscher: „Testschläfer haben sich vorgenommen, im Traum zu fliegen. Das klappt nicht! Wir können nur lernen, Träume besser zu verstehen.“
Nutzen Sie den Stress-Check im Schlaf.
Ich werde verfolgt.
Man hat vor etwas Angst, läuft weg statt zu kämpfen. „Klassisches Vermeidungsverhalten“, sagt Prof. Schredl. Hinterfragen Sie den Umgang mit Konflikten.
Ich fliege.
„Das wird von den meisten als sehr positiv erlebt“, weiß der Traumexperte. „Das Fliegenkönnen steht für Selbstbewusstsein, Stärke, die Fähigkeit Dinge positiv zu erleben und zu genießen.“
Ich kämpfe.
Träumen fast ausschließlich Männer. Prof. Schredl: „Im wahren Leben ist offene Gewalt, der Kampf mit Fäusten verpönt. Im Traum wird der Konflikt dann plastisch ausgelebt.“
Ich stolpere, stürze, falle hin.
Häufig zu Beginn eines Traumabschnitts, bei unwillkürlichen Muskelzuckungen des Körpers.
Ich falle in einen Abgrund.
Ausdruck der Angst, dass man völlig den Halt verliert. Das erlebte Gefühl reicht bis zu Todesangst. Prof. Schredl: „Der Traum endet oft damit, dass wir aus dem Schlaf hochschrecken.“
Buchtipp/Quelle Grafik:
Prof. Dr. Jürgen Zulley „So schlafen Sie gut!“ Zabert-Sandmann-Verlag, 7,95 € u.a. mit vielen praktischen Ratschlägen, wie Sie schon am Tag für eine gute, erholsame Nacht sorgen können.
Räumen Sie Traumirrtümer aus.
Nur wer träumt, schläft tief? Falsch! Die Erholung im Schlaf ist gleich, unabhängig davon, ob wir angenehm träumen oder stressig, uns an Träume erinnern oder nicht. Ausnahme: wiederkehrende böse Alpträume.
Wer denkt, „Ich träume fast nie“ irrt. Wer schläft, träumt auch – immer!
„Regelmäßig alle 90 Minuten intensiv“, präzisiert Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley. „Dabei ist das Gehirn hoch aktiv, der Herzschlag schneller. Was wir tagsüber lernen, emotional erleben, wird im Träumen abgespeichert und verarbeitet.“
Stark schwankt allerdings die Fähigkeit, sich an nächtliche Traumsequenzen zu erinnern.
„Manchen gelingt es im Urlaub, wenn mehr Zeit zum Schlafen ist, anderen in stressigen Zeiten, wenn der Schlaf unruhiger ist, wir öfter erwachen“, weiß Prof. Schredl. „Aber man kann das Träumemerken auch trainieren: Nehmen Sie sich abends vor, im Aufwachen zurückzudenken. Schreiben Sie den Traum dann sofort auf.“ Die Betonung liegt auf sofort, weil das Gehirn nachts anders funktioniert, im Aufwachen umschaltet. „Da gehen Erinnerungen, die wir nicht sofort schriftlich festhalten, verloren.“
Wer sich für die eigenen Träume interessiert, kann dann gezielt nach Bedeutungen forschen. „Ein Traum greift immer zurück auf eigene Erlebnisse“, weiß Prof. Schredl. „Wichtig ist nicht, welche Menschen oder Dinge auftauchen, z.B. Hund, Haus, Meer, sondern welches Gefühl wir mit dem Ort, dem Gegenstand, der Person verbinden. Das ist individuell höchst verschieden.“
Häufige Sexträume hängen zusammen mit häufigen sexuellen Phantasien. Fliegen, Fallen, Kämpfen spiegeln aktionsreich Gefühle wieder.
Jeder Traum greift die Stimmung auf, die den Tag davor prägte. Guter Tag - gute Träume, z.B. von Urlaub und unverhofftem Geldsegen.
Schlechter Tag - negative Nachtgedanken.
Als Ausweg aus diesem Dilemma rät der Professor: „Den Tag für sich so positiv gestalten, dass wir öfter gute Träume genießen können.“
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