Auch ohne weißen Kittel sind Ärzte oft im Einsatz. Denn dann kommen Freunde und Verwandte mit peinlichen Beschwerden oder skurrilen Fragen. In einem neuen Buch beschreibt ein Mediziner, was er sich so alles anhören muss.
Viele haben pünktlich Feierabend, Ärzte eigentlich nie. Auch in ihrer Freizeit wird ihr Rat ständig von Freunden und Verwandten eingeholt. Von Leuten, die „nur mal eben eine Frage“ haben. Eingeleitet wird diese in der Regel mit dem Satz: „Sag mal, du bist doch Arzt“. Genau so hat Dr. Christian Jessen deshalb sein jetzt in Deutschland erschienenes Buch genannt. Auf 250 Seiten beantwortet der Allgemeinmediziner 200 Fragen, die ihm während seiner Berufslaufbahn des Öfteren gestellt wurden.
Was man den Hausarzt nicht fragen würde
Und da Jessen kein nüchterner Mediziner ist, hat er nicht nur die häufigsten Fragen in sein Buch gepackt. Der Arzt schreibt in Großbritannien für Zeitungen und moderiert TV-Shows und so beweist er sein Gespür für Unterhaltsames, in dem er auch auf besonders skurrile Fragen antwortet, die man seinen Hausarzt wohl eher nicht fragen würde. „Kann der Penis wirklich brechen?“ zum Beispiel.
Die Erfahrung des Autors ist ohnehin: „Je mehr Wein die Gäste intus haben, desto gewagter werden ihre Fragen und man spürt, es geht um Dinge, die sie seit Jahren unbedingt in Erfahrung bringen möchten, aber nur unter dem befreienden Einfluss von Wein und gutem Essen über die Lippen bringen.“
Das Taschenbuch ist deshalb nicht ganz uneigennützig entstanden. Jessen erhofft sich durch seinen unterhaltsamen Medizinratgeber, dass ihm und seinen Kollegen in Zukunft die eine oder andere Frage außerhalb der Praxis erspart bleibt. Möglicherweise wird es einige Mediziner geben, die das Buch im Freundes- und Verwandtenkreis weiterverschenken. Als Wink mit dem Zaunpfahl sozusagen.
Christian Jessen, Sag mal, du bist doch Arzt. Die 200 häufigsten Fragen an Mediziner, rororo Taschenbuch, 8,99 Euro.
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