Deutschland fiebert und hustet. Die Zahl der Grippefälle klettert weiter in die Höhe. Doch wie erkennt man, dass es sich um eine echte Grippe handelt, die behandelt werden muss, und man nicht einfach erkältet ist?
„Wir können nun von einer bundesweit starken Grippewelle sprechen“, sagt der Sprecher des Robert Koch-Instituts (RKI), Günther Dettweiler, zu den neuesten Grippezahlen. Ein Abflachen der diesjährigen Welle ist noch nicht in Sicht.
Seit Saisonbeginn im Spätherbst bis zur 7. Kalenderwoche 2013 wurden 21.200 Grippefälle gemeldet. Insgesamt werden knapp die Hälfte der Grippefälle vom Schweinegrippe-Virus Influenza A Typ H1N1 verursacht, meldet das RKI. 37 Prozent fallen auf Influenza A Typ H3N2 und 18 Prozent auf Influenza B. „Die diesjährige Grippe reiht sich in die Reihe der starken Grippewellen des vergangenen Jahrzehnts ein“, so der RKI-Sprecher.
Auch wegen anderer Erkältungskrankheiten drängten die Patienten nach wie vor zum Arzt. Fast deutschlandweit melden Praxen stark erhöhte Zahlen bei Husten, Schnupfen und Co..
Grippe sollte man ernst nehmen
Hat die Grippe einen erwischt, ist es zu spät für eine Impfung. Doch wie erkennt man, dass es sich um eine echte Grippe handelt und man nicht einfach erkältet ist? Grippe (Influenza) und Erkältung (wird auch als grippaler Infekt bezeichnet) sind beide Viruskrankheiten, die jedoch von verschiedenen Viren hervorgerufen werden. Verläuft die Erkältung in der Regel harmlos, sollte man eine Grippe ernst nehmen. 5000 bis 8000 Menschen sterben in Deutschland pro Jahr daran.
Typisch für die Grippe ist, dass sie heftig und eher plötzlich beginnt. Man fühlt sich auf einmal krank, weil oft mehrere Symptome gleichzeitig auftreten. Etwa Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber, Schüttelfrost und Husten. Das hohe Fieber kann mehrere Tage anhalten. Mit der Grippe einher geht eine starke Erschöpfung, auch der Appetit schwindet. Und es dauert wesentlich länger als bei einer Erkältung, bis man nach einer echten Virusgrippe tatsächlich wieder fit ist.
Typisch für eine Erkältung ist ein eher schleichender Beginn. Die Symptome treten häufig nacheinander auf oder lösen sich sogar ab. Oft kratzt zunächst der Hals, dann läuft die Nase und anschließend entwickelt sich ein Husten. Fieber ist eher selten und wenn hält es nicht so lange an. Wahrscheinlich ist eher ist die Temperatur erhöht. In der Regel sind die Symptome nach zwei Wochen ausgestanden.
Erkältung: Schleichend. Erst kratzt es im Hals, dann niest und schnieft man. Der Schnupfen kann nach einigen Tagen die Etage wechseln und die Bronchien befallen.
Grippe: Typisch ist der plötzliche Beginn mit heftigen Beschwerden. Wenn man sich angesteckt hat, dauert es nur maximal drei Tage, bis die Krankheit ausbricht.
Viele Menschen haben bei nasskaltem Herbst- und Winterwetter mit Erkältungen zu kämpfen. Nicht immer müsse man dann einen Arzt aufsuchen, sagte Klaus Schäfer vom Hausärzteverband in Hamburg. „Bei einer unkomplizierten Erkältung sollte es nicht unbedingt erforderlich sein.“ Bei klarem und glasigem Schnupfen sei in der Regel von einer Erkältung auszugehen, sagt Schäfer. „Wenn es dick gelb-grün rauskommt, sollte man schon einen Arzt aufsuchen.“
Schonen, Sport und Belastungen vermeiden
Deuten die Symptome jedoch auf eine Grippe hin, ist ein Arztbesuch ratsam. Wenn der Mediziner, auch wenn die Erkrankung eher schwer verläuft, von einer grippeähnlichen Erkrankung spricht, sollte man sich nicht wundern „Dieser Begriff ist so gewählt, weil man ausdrücken möchte, dass die Erkrankung zwar so ähnlich ist wie eine Grippe, aber nicht jede grippeähnliche Erkrankung ist eine Grippe. Eine Grippe ist letztendlich mit Sicherheit nur durch einen Labortest nachzuweisen“, heißt es auf den Influenza-Seiten des Robert-Koch-Instituts.
1. Wer soll sich impfen lassen? (1/4)
Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt folgenden Risikogruppen eine Grippe-Impfung: Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Kinder und Erwachsene, die an chronischen Krankheiten leiden, zum Beispiel an Asthma, an chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Bewohner von Alten- und Pflegeheimen wird der Pieks empfohlen. Ältere und chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich den Grippeschutz vorher holen.
Foto: dpaSo oder so sollte man sich zu Hause schonen, Sport und andere Belastungen vermeiden. Um die Erkältungssymptome zu bekämpfen, empfiehlt Hausarzt Klaus Schäfer Nasenspülung mit Salzwasser, Salbe für die Nasenschleimhaut oder Tee mit Honig. Bei erhöhter Körpertemperatur muss man sich zunächst keine Sorgen machen. „Fieber ist eine Abwehrreaktion“, sagt Schäfer. „Bei einer erhöhten Temperatur arbeitet die Abwehr besser.“
Hände waschen
Unsere Hände kommen häufigsten mit Viren in Berührung. Regelmäßiges Händewaschen ist deshalb wichtig. Nach jedem Gang auf die Toilette und wenn man etwas isst oder zubereitet. Hat die Erkältung einen schon erwischt, ist es sinnvoll, die Finger auch nach dem Naseputzen zu waschen.
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