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Ausbruch in Warstein: Wie gefährlich sind Legionellen?

Der Kreis Soest warnt nach einem Legionellen-Ausbruch vor Reisen in die Bierstadt Warstein.
Der Kreis Soest warnt nach einem Legionellen-Ausbruch vor Reisen in die Bierstadt Warstein.
Foto: dpa

Mehr als 150 Menschen sind nach dem Legionellen-Ausbruch in Warstein im Sauerland erkrankt. Zwei Männer starben. Noch immer gibt es keine Entwarnung. Wie Legionellen übertragen werden, wo sie lauern und was die Bakterien so gefährlich macht.

Einen Legionellen-Ausbruch, wie den in Warstein, gibt es nicht jedes Jahr. Der letzte größere Ausbruch in Deutschland wurde 2010 in Ulm verzeichnet, dort erkrankten 60 Menschen an Legionellen, vier starben. Im Schnitt registriert das für Krankheitsüberwachung zuständige Robert Koch-Institut (RKI) 600 Fälle pro Jahr.

Im sauerländischen Warstein sind mehr als Personen bekannt, die an den Legionellen erkrankt sind. Zwei Männer starben an einer durch die Infektion ausgelösten Lungenentzündung. Um weitere Krankheitsfälle zu vermeiden, hat der Kreis Soest eine Reisewarnung für die Stadt veröffentlicht. Experten hoffen, dass die Erkrankungswelle weiter zurückgeht, nachdem die mutmaßliche Quelle der Erreger, eine Kühlanlage in einem Unternehmen, geschlossen wurde.

Ab 60 Grad sterben Legionellen ab

Legionellen sind Bakterien, die auf der ganzen Welt verbreitet sind. Besonders rasch vermehren sie sich in Süßwasser bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Erst bei Wassertemperaturen ab 55 Grad kommen Legionellen nicht mehr so gut klar, ab 60 Grad sterben die Keime ab. Auch bei Temperaturen unter 20 Grad können sich die Bakterien kaum noch vermehren.

Übertragen werden Legionellen in der Regel durch zerstäubtes Wasser, das über die Atemwege in die Lunge gelangt. Häufige Infektionsquellen sind Duschen, Klimaanlagen, Schwimmbäder, Whirlpools aber auch Inhalationsgeräte oder Luftbefeuchter. Gesunde Menschen infizieren sich nicht über das Trinkwasser. Auch eine Infektion von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch kann es zwischen zwei und zehn Tagen dauern.

Behandlung mit Antibiotika

Legionellen unter einem Mikroskop.
Legionellen unter einem Mikroskop.
Foto: dpa

Die Legionärskrankheit ist eine Lungenentzündung. Erste Symptome sind Husten, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen. In wenigen Stunden bricht Fieber aus, der Betroffene hat Schüttelfrost und Schmerzen im Brustkorb. Die Erkrankung wird mit Antibiotika behandelt. Patienten brauchen oft sehr lange, bis sie von der Krankheit genesen. In einigen Fällen bleibt die Lunge dauerhaft beschädigt. Und trotz Antibiotikabehandlung sterben laut RKI zwischen zehn und 15 Prozent der Patienten, bei denen die Infektion eine schwere Lungenentzündung ausgelöst hat.

Milder verläuft das ebenfalls durch Legionellen verursachte Pontiac-Fieber. Auch hier treten grippale Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Fieber auf, es kommt jedoch nicht zu einer Lungenentzündung.

Um sich zu schützen, sollte man bei Duschen, die längere Zeit nicht genutzt wurden, am besten für einige Minuten heißes Wasser durchlaufen lassen, bevor man sie selbst nutzt. So vermeidet man, dass sich im Wasserdampf Legionellen befinden.

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