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Akupunktur: Was die Nadeln im Ohr bewirken können

Durch Akupunkturnadeln, zum Beispiel im Ohr, sollen bestimmte Energiepunkte aktiviert werden.
Durch Akupunkturnadeln, zum Beispiel im Ohr, sollen bestimmte Energiepunkte aktiviert werden.
Foto: dpa

Ein paar kleine Piks mit dünnen Nadeln ins Ohr, den Arm oder das Knie sollen Schmerzen oder Allergien lindern. Das verspricht die Akupunktur. Wissenschaftlich belegt ist das kaum, doch vielen Patienten helfen die Nadeln.

Ein Piks mit der Akupunkturnadel, dann spürt der Patient einen warmen Strom durch den Körper fließen. Die Methode stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und soll die Lebensenergie - das Qi - aktivieren und Blockaden lösen. Viele schwören auf die traditionelle chinesische Behandlung. Doch wissenschaftliche Belege sind rar.

Das Wort Akupunktur bedeutet im Chinesischen „kleine Öffnung für das Qi“. Die Akupunktur soll bestimmte Energiepunkte durch Nadelstiche, Druck, Massage, Wärme oder Laserstrahlung aktivieren, so dass blockierte Energie - das Qi - wieder besser fließt. Das Verfahren beruht auf der taoistischen Lehre von Yin und Yang, die untrennbar miteinander verbunden und Voraussetzung für alles Leben sind.

Energiefluss im Körper gestört

Für jede Nadel einen bestimmten Platz: Rund 400 Akupunkturpunkte gibt es, die auf den Energiebahnen im Körper liegen.
Für jede Nadel einen bestimmten Platz: Rund 400 Akupunkturpunkte gibt es, die auf den Energiebahnen im Körper liegen.
Foto: dpa-tmn

Solange diese Elemente im Körper im Gleichgewicht sind, ist der Mensch gesund. Dominiert eins, wirkt sich das negativ auf den körperlichen und geistigen Zustand aus. Schmerzen entstehen aus Sicht der TCM, wenn der Energiefluss im Körper gestört ist. Die Energiebahnen im Körper werden Meridiane genannt, jede ist nach dem Organ benannt, durch das sie fließt. Rund 400 Akupunkturpunkte gibt es, die auf den Meridianen liegen.

Die zwei bekanntesten Arten sind die Körper- und die Ohr-Akupunktur, erklärt Bernd Ramme, Zweiter Vorsitzender der Deutschen Akademie für Akupunktur (DAA) in München. „Die Ohr-Akupunktur ist eine Mikrosystem-Akupunktur. Bei dieser ist der ganze menschliche Körper, ähnlich eines Hologramms, zum Beispiel im Ohr, abgebildet.“ Die einzelnen Reflexpunkte spiegeln je ein Organ, einen bestimmten Körperabschnitt oder eine Körperfunktion wider.

Hilfe bei Hauterkrankungen und Allergien

Akupunktur soll unter anderem bei Hauterkrankungen, Allergien, Migräne, Blutdruckstörungen, Magen-Darm-Problemen und psychischen Erkrankungen helfen. Der Einsatz der Nadeln hat aber auch Grenzen: zum Beispiel Erbkrankheiten oder schwere psychische Störungen wie Schizophrenie.

Zur Vorbeugung von Migräne und Spannungskopfschmerzen wird häufig Akupunktur angewandt.
Zur Vorbeugung von Migräne und Spannungskopfschmerzen wird häufig Akupunktur angewandt.
Foto: dpa

Akupunktur wirkt nicht bei jedem Menschen gleich. Störherde wie Narben oder tote Zähne können die Wirkung negativ beeinflussen. „Die Symptomlinderung ist geringer ausgeprägt, nicht so lange anhaltend oder sogar ganz verhindert“, sagt Ramme.

Seit 2006 ist die Akupunktur zur Behandlung von bestimmten Rücken- und Knieschmerzen auch Kassenleistung, wie Karen Walkenhorst von der Techniker Krankenkasse (TK) erklärt. Doch wissenschaftlich belegen lässt sich die Wirkung der Nadeln bisher kaum: Breit angelegte Studien hätten gezeigt, dass die Erfolgsrate der traditionellen chinesischen Akupunktur bei der Behandlung von chronischen Rückenschmerzen nicht wesentlich höher sei als die der Schein-Akupunktur, bei der Ärzte bewusst falsche Punkte stechen.

Nahezu nebenwirkungsfrei

Beide Akupunkturformen zeigten jedoch deutlich bessere Erfolge als die schulmedizinische Behandlung. „Aus Perspektive der Patienten ist zentral, dass die Akupunktur wirkt. Wie sie wirkt, ist eine wissenschaftliche Frage“, erläutert Walkenhorst. Außerdem sei sie für die Patienten nahezu nebenwirkungsfrei.

Nur bestimmte Ärzte dürfen die Akupunkturnadeln setzen, damit die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Nach Angaben der TK müssen sie als Schulmediziner in Deutschland zugelassen sein und eine qualifizierte Zusatzausbildung absolviert haben.

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Quelle: Onmeda

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