Was ist los mit den deutschen Fußball-Fans? Das Interesse an den drei Vorrundenspielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM im kommenden Jahr in Südafrika lässt zu wünschen übrig.
„Die Nachfrage ist sehr schwach“, kommentierte der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, bei Sport Bild den bisherigen Ticketverkauf.
Niersbach vermutete, dass die große Distanz und hohe Reisekosten viele Fans abschrecken könnten. Seit dem vergangenen Sonntag können die Eintrittskarten für die Partien gegen Australien (13. Juni), Serbien (18. Juni) und Ghana (23. Juni) über die Homepage des Weltverbands FIFA bestellt werden.
Die FIFA hat eine Quote von jeweils zwölf Prozent der zum Verkauf stehenden Tickets für jeden der 32 Teilnehmer geblockt. Das bedeutet, dass in Durban 8400, in Port Elizabeth 5500 und in Johannesburg 11.400 Eintrittskarten für die deutschen Fans zur Verfügung stehen.
Die am Indischen Ozean gelegene Stadt verfügt über den bedeutendsten Hafen des Kontinents und ist nach Johannesburg und Kapstadt drittgrößtes Ballungszentrum des Landes. Das subtropische Klima machte die nach dem einstigen Gouverneur Sir Benjamin Durban benannte Stadt zu einem der beliebtesten Badeorte der Südafrikaner. Sie liegt in der Provinz KwaZulu-Natal, aus der das Zulu-Volk von Präsident Jacob Zuma stammt. Ein Großteil von Durbans 3,4 Millionen Einwohner sind asiatischer Herkunft - meist Nachkommen indischer Arbeiter, die einst auf den Zuckerrohr-Plantagen KwaZulu-Natals arbeiteten. Mahatma Gandhi lebte und wirkte hier und arbeitete seine Politik des gewaltlosen Widerstands aus. Die an der Ostküste gelegene Stadt hat zur Zeit der WM - im Süd-Winter - das angenehmste Klima.
Moses-Mabidha-Stadion (Neubau: 70.000) - Sieben Spiele: Fünf Vorrunde, Achtelfinale, Halbfinale - Deutschlands 1. Spiel: 13. Juni, 20.30 Uhr gegen Australien
Mit 1,1 Millionen Einwohnern ist die Hafenstadt wirtschaftliches Zentrum der ländlich-armen Ostkap-Provinz, aus der Südafrikas Friedens-Nobelpreisträger, Anti-Apartheidkämpfer und erster schwarzer Präsident Nelson Mandela stammt. Der Volkswagen-Konzern produziert hier Autos für den Export und den südafrikanischen Markt. Das Klima in der überwiegend vom Xhosa-Volk bewohnten Provinz gilt als auch im Winter der Süd-Hemisphäre als angenehm, die langen Strandabschnitte stehen wegen der hohen Wellen vor allem bei Surfern hoch im Kurs. Auch Golfer und Naturfreunde schätzen die Region, aus der auch der Chef des Nationalen Organisationskomitees (NOK), Danny Jordaan, stammt.
Nelson-Mandela-Bay-Stadion (Neubau: 46.000) - Acht Spiele: Fünf Vorrunde, Achtelfinale, Viertelfinale, Spiel um Platz 3 - Deutschlands 2. Spiel: 18. Juni, 13.30 Uhr gegen Serbien
Die pulsierende Metropole auf 1785 Metern Höhe ist Südafrikas Finanz- und Handelszentrum, hier werden etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. In der 1886 von Goldgräbern gegründeten Stadt leben mittlerweile weit mehr als 3,2 Millionen Menschen. Während der Apartheid war die Stadt mit dem Township Soweto ein Zentrum des Widerstandes gegen das Regime. Der nördliche Vorort Sandton mit Börse und Bankgebäuden gilt als reichster Ort ganz Afrikas. Auch kulturell gilt Johannesburg oder Egoli („Die Stadt des Goldes“) als Zentrum des Landes.
Soccer-City-Stadion (Umbau: 94.700 Zuschauer) - Acht Spiele: Fünf Vorrunde, Achtelfinale, Viertelfinale, Finale - Deutschlands 3. Spiel: 23. Juni, 20.30 Uhr gegen Ghana
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