Frankfurt - Eigentlich wollte Dr. Theo Zwanziger am Montag in der DFB-Zentrale nur seine kleine aber freudige Jahresbilanz verkünden.
Nach 45 launigen Minuten ließ er die Bombe platzen. Der Präsident des größten Sportverbandes der Welt denkt an Rücktritt!
„Ich werde meine persönliche Ehre nicht auf dem Altar meines Amtes opfern“, erklärte der 63-Jährige. Und fügte in kleiner Runde hinzu, wie ernst er ans Hinschmeißen denkt.
„Mein Entschluss steht. Es gibt Dinge, die ich nicht mitmache. Ich muss schließlich jeden Tag in den Spiegel schauen können.“
Der Mann, der Zwanziger stürzen könnte, heißt Jens Weinreich. Freier Journalist. Schreibt auch für die Süddeutsche Zeitung.
Im Fußball-Blog „direkter-Freistoß.de“ bezeichnete er den DFB-Boss als „unglaublichen Demagogen“, der kurz vor dem Durchdrehen sei. Zwanzigers Auftritt auf einem Kongress des Olympischen Sportbundes in Berlin, auf dem der Funktionär das Kartellamt kritisierte, sei zudem auf seiner persönlichen Peinlichkeitsskala nicht mehr zu unterbieten.
Von diesen Angriffen fühlt sich Zwanziger tief verletzt und gekränkt. Außerdem habe das seiner Ansicht nach nichts mehr mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung zu tun. Weinreich habe ihn in die rechte Ecke gestellt. „Wenn ich das Wort Demagoge höre, denke ich an Goebbels.“
Autor Weinreich hat sich bislang nicht entschuldigt, erklärte stattdessen: „Ich kann die Aussage Zwanzigers nicht nachvollziehen.“
Zwanziger scheiterte mit einer Einstweiligen Unterlassungserklärung. Auch die Beschwerde wurde abgeschmettert. Jetzt nimmt der DFB-Boss sein Schicksal selbst in die Hand. Nächstes Jahr will er Weinreich vor Gericht zerren.
Denn: „So etwas kann man mit mir nicht machen“, so Zwanziger, „irgendwann heißt es, ich sei ein Massenmörder. Oder ein Trinker, nur weil ich mal ein Bier in der Hand hatte. Nein, das geht nicht. Ich wehre mich.“
Sollte das Gericht Zwanziger allerdings nicht folgen, muss sich der DFB einen neuen Präsidenten suchen. „Dann werde ich sehr ernsthaft in Erwägung ziehen, ob ich dieses an sich sehr schöne Amt weiter führen werde.“
FIFA testet Torlinien-Technik in Wembley
Die umstrittene Torlinien-Technologie wird sechs Tage vor EM-Beginn in einem Länderspiel zwischen England und Belgien im Londoner Wembley-Stadion getestet.
Jonglieren und Yoga für die DFB-Seele
Jogi setzt auf Yoga und Jonglieren. Öfter mal was Neues im täglichen Training. „Die Spieler werden Multitasking-fähiger, stressresistenter und aufnahmefähiger“, sagte der Kinesiologie-Experte Kompodietas.
Femen-Aktivistinnen setzen Attacken auf den EM-Pokal fort
Die für ihre Nacktaktionen bekannte ukrainische Frauengruppe Femen hat ihre Attacken auf den EM-Pokal in Lwiw fortgesetzt.
Alle Partien werden live kommentiert, Spielzug für Spielzug, einzeln oder als Konferenz. Dazu Aufstellungen und Statistiken: Welches Team hat mehr Ballbesitz, Torschüsse, gewonnene Zweikämpfe?