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Weitgehend friedlich: Super-Stimmung auf den Fan-Meilen

Vor dem Wembley-Stadion feierten die Fans friedlich.
Vor dem Wembley-Stadion feierten die Fans friedlich.
 Foto: dpa
München/Dortmund –  

Jubelnde Bayern-Fans auf der Fan-Meile in München, trauernde BVB-Anhänger in Dortmund. Und ein geteiltes Bild in der Hauptstadt.

Die Bilanz der Polizei fiel, trotzt diverser Festnahmen, positiv aus.

50 Festnahmen in London

In London waren bereits vor dem Champions League-Finale 50 randalierende Dortmunder Hooligans festgenommen worden. Die Gruppe sei den Tag über durch Schlägereien und Randale aufgefallen. In Zusammenarbeit mit szenekundigen Dortmunder Polizisten hatten die Londoner Ordnungshüter am Nachmittag vor dem Spiel zugegriffen. Einige der Hooligans hätten zudem in der Nähe des Wembley-Stadions ein Transparent mit der Aufschrift „30 Jahre Borussenfront Dortmund“ entrollt und das Ansehens Dortmunds zusätzlich beschädigt, teilte die Dortmunder Polizei mit. Die Borussenfront wird der rechten Szene in Dortmund zugerechnet.

Friedliches Public viewing

Das Public Viewing in der Westfalenmetropole verlief weitgehend friedlich. Die Polizei erteilte im Laufe des Tages 24 Platzverweise und 6 Bereichsbetretungsverbote wegen Verstößen gegen das Pyrotechnikverbot. 15 BVB-Anhänger nahm die Polizei wegen Körperverletzungsdelikten, Beleidigung und zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam. Die Polizei sprach von „einigen Unverbesserlichen“. Insgesamt waren rund 50.000 Fans zum Rudelgucken in der Stadt.

50 Anzeigen in München

In der Nacht nach dem Sieg des FC Bayern in der Champions League rund 50 Menschen angezeigt worden. Grund: Körperverletzungsdelikte, verbotener Gebrauch von Pyrotechnik oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Polizei sprach am Sonntagmorgen aber von einer weitgehend friedlichen Feier.

Geschätzt mindestens 150.000 Fans feierten den Erfolg des FC Bayern gegen Borussia Dortmund auf der traditionellen Fanmeile, der Leopoldstraße. Das Bier floss in Strömen, U-Bahnhöfe mussten zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden. Die Straße war bis in die Morgenstunden gesperrt, erst um 6.45 Uhr wurde sie nach Polizeiangaben wieder freigegeben.

Zuvor hatten 40.000 Menschen das Spiel beim Public Viewing auf der Theresienwiese verfolgt, 30.000 in der Allianz Arena. Dort waren 45.000 erwartet worden.

Mehr als 450 Polizeibeamte waren anlässlich des Spiels in London in München im Einsatz.

Regen in Berlin

Nach stundenlangem Regen in Berlin fand der Abend zumindest für einen Teil der Besucher einen versöhnlichen Abschluss gefunden. Die enttäuschten Fans von Borussia Dortmund verließen die Meile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule nach Ende des Spieles zügig. Die Anhänger des FC Bayern München feierten dagegen ausgiebig.

Mit dem Schlusspfiff rissen sie die Arme in die Höhe, tanzten, sangen und schwenkten ihre rotweißen Fahnen - wie schon wenige Minuten zuvor beim Entscheidungstreffer zum 2:1 von Arjen Robben in der 89. Spielminute. Zünftig in Lederhose war etwa Uwe Felps (26) aus Ingolstadt vor das Brandenburger Tor gekommen - und freute sich am Ende ausgelassen: „Es ist einfach ein Traum.“

Dagegen hieß es auf Dortmunder Fan-Seite: „Wir haben die Chancen nicht genutzt - aber so ist Sport.“ Frank Leygraf (41) aus Xanten, hatte seinen Urlaub extra wegen der Fanmeile in der Hauptstadt um einen Tag verlängert.

Mit Spannung hatten mehrere Tausend Fans das Spiel trotz Regens verfolgt - aber weit weniger als die erwarteten mehr als 30.000 Fußballanhänger. „Touristen und Familien sind ganz weggeblieben“, teilten die Veranstalter mit. Auch das Bühnenprogramm war teilweise abgesagt worden. „Wir sehen die Fanmeile mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagte die Sprecherin des Veranstalters, Anja Marx, am Sonntag. Wenigstens sei das Fest friedlich geblieben und die Terrorwarnungen hätten sich in Luft aufgelöst.

Vor dem Finale hatte das Bundeskriminalamt nach Berichten mehrerer Medien vor einem möglichen Terror-Anschlag in Deutschland gewarnt. Nach Aussage von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gab es aber keine konkreten Erkenntnisse über Anschlagspläne von Islamisten auf Fußball-Fanmeilen. Auf der Berliner Party-Meile wurden Taschen und Rucksäcke kontrolliert, die Sicherheitskräften waren sensibilisiert.

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