Empfehlen | Drucken | Kontakt02.09.2010 - 17:47 Uhr

Transfers gescheitert: Vom Fußball-Star zum Ladenhüter

Mannaseh Ishiaku findet keinen neuen Verein.
Mannaseh Ishiaku findet keinen neuen Verein.
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Köln –  

Auf der einen Seite werden Millionen für neue Spieler ausgegeben - auf der anderen versauern einst hochgelobte Talente auf den Ersatzbänken. Und trotz hektischer Betriebsamkeit in den letzten Stunden des Transfersfensters haben einige abwanderungswillige Kicker keinen neuen Verein gefunden.

Ob es der in Köln so glücklose Nigerianer Manasseh Ishiaku ist oder der einst für satte elf Millionen zu den Bayern transferierte Anatoliy Tymoshchuk - in jeder Preisklasse scheint es echte Fußball-„Ladenhüter“ zu geben. Auch international gefragte Kicker befinden sich in unserer Liste.

Diese Kicker sind echte Ladenhüter
Ishiaku ohne Chance
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Der 1. FC Köln hatte kurz vor Transferschluss noch zwei Spieler auf der Gehaltsliste, die dringend weg sollten. Defensivspieler Marvin Matip konnte FC-Manager Michael Meier in die zweite Liga nach Ingolstadt veräußern - aber für Manasseh Ishiaku fand sich erneut kein Abnehmer.

Der Nigerianer wurde in Köln nie glücklich, hatte immer wieder mit Verletzungen und Formkrisen zu kämpfen. Der Stürmer hatte mehrfach die Chance, sich bei anderen Vereinen im Probetraining anzubieten (Celtic Glasgow zum Beispiel) - aber einen neuen Arbeitgeber fand der 27-jährige nicht.

Fohlenstall nicht ganz ausgemistet
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Bei Borussia Mönchengladbach herrscht ein Überangebot an Verteidigern. Und da Coach Michael Frontzeck die Neuzugänge Anderson, Schachten und Wissing sehr schätzt, hätten altgediente Kräfte weichen sollen.

Allerdings gab es nahezu keine Vereine, die sich für die ausgebooteten Paul Stalteri (32) und Jan-Ingwer Callsen-Bracker (25) interessierten. Während Stalteri sich mit einigen losen Anfragen aus der Türkei beschäftigte und allesamt ablehnte, stand für Callsen-Bracker kaum ein Angebot ins Haus. Fortuna Düsseldorf soll kurz über den schlaksigen Abwehrmann nachgedacht haben, sich dann aber aufgrund von zu wenig Spielpraxis gegen ihn entschieden haben.

Bayerns Luxusproblem
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Auch beim Rekordmeister mussten sich einige prominente Kicker aufs Abstellgleis fahren lassen. Von dort aus konnten aber zumindest die international erfahrenen Edson Braafheid und Antoliy Tymoshchuk nicht zu neuen Ufern vorstoßen.

Der Ukrainer Tymoshchuk kam vor der letzten Saison für satte elf Millionen nach Deutschland. Nach einer Katastrophen-Saison beim FCB wollte der nicht mehr erwünschte „Sechser“ wieder weg - doch alle Transfer-Spekulationen verliefen im Sand. Angeblich waren gleich mehrere Klubs aus Russland (Spartak und Dinamo Moskau, Rubin Kasan) an dem 31-Jährigen interessiert. Ein Wechsel kam nicht zustande. Auch ein Last-Minute-Werben des VfL Wolfsburg um den Blondschopf führte nicht zu einem Transfer. So bleibt dem Ukrainer vorerst in München.

Der niederländische WM-Fahrer Braafheid dagegen hatte zumindest ein halbes Jahr lang Glück. Er durfte auf Leihbasis bei Celtic Glasgow vorspielen. Ein weiteres Engagement kam aber nicht zustande - die Grünweißen investierten lieber in die Abwehrspieler Mulgrew, Izaguirre, Cha und Majstorovic. Für Braafheid ging's zurück auf die Bayern-Bank. Von dort aus darf er jetzt dem 20-jährigen Diego Contento dabei zusehen, wie er die linke Abwehrseite der Bayern dicht macht.

Und selbst, wenn ihm das nicht gelingt: Laut Bayern-Coach Louis Van Gaal stehen auch Holger Badstuber und Daniel Alaba in der internen Linksverteidigerliste vor Braafheid.

Schalkes ewiger Streit-Fall
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Er ist schon fast in Vergessenheit geraten - doch der Ex-Kölner Albert Streit steht tatsächlich weiterhin auf der Gehaltsliste von Schalke 04. Spielen wird er dort freilich nie wieder. Aber den Verein verlassen wohl vorerst auch nicht.

Streit hatte sich nach heftigen Streitereien mit dem gesamten Klub überworfen, sitzt seitdem seinen gutdotierten Vertrag aus. Er trainiert inzwischen mit der zweiten Mannschaft der Königsblauen. Ein halbes Jahr wurde er an den HSV verliehen, aber auch dort konnte der in Köln einst so beliebte Dribbelkönig nicht überzeugen.

Werders Vranjes nicht beliebt
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Es gab eine Zeit, in der Jurica Vranjes (30) in der Bundesliga die Räume eng machte. Inzwischen steht der Kroaten aber selbst auf dünnem Eis.

Als er bei Werder Bremen aussortiert wurde und für ein halbes Jahr in die Türkei (Genclerbirligi Ankara) verliehen wurde, disqualifizierte er sich mit heftiger Kritik an Werder-Coach Thomas Schaaf für ein Comeback bei den Hanseaten.

Dummerweise war Genclerbirligi nach durchwachsenen Leistungen Vranjes' (13 Ligaspiele) nicht an einer Weiterverpflichtung des kroatischen Ex-Nationalspielers (30 Einsätze) interessiert.

Bundesliga-Absteiger Hertha BSC Berlin soll danach die Fühler nach Vranjes ausgestreckt haben, verpflichtete dann aber lieber seinen Mannschaftskollegen Peter Niemeyer. Und auch ein Wechsel in die kroatische Heimat zum Spitzenklub Hajduk Split konnte nicht vollzogen werden.

So muss Vranjes weiter mit den Werder-Amateuren trainieren, für die er nicht einmal eine Spielberechtigung besitzt.

Hannovers Sorgen-WG
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Richtig viel Pech hatte Hannover 96 bei der Personalplanung für die neue Saison. Und die Rede ist hier nicht einmal von Neuzugang Carlitos, der sich im ersten Spiel direkt das Knie zerschoss.

Viel schlimmer: Bei Hannover können die ausgemusterten Spieler schon eine eigene WG gründen. Und die wäre wahrscheinlich sogar sehr schick eingerichtet, handelt es sich doch vor allem um Spieler, die ein stattliches Gehalt bei den Niedersachsen beziehen.

Besonders aus der Abteilung Attacke hätte Hannover sich gerne von dem ein oder anderen Flop getrennt. So versuchte man zuerst, Ex-Nationalstürmer Mike Hanke an Rapid Wien abzugeben. Als dies scheiterte, bot man das zweite Sorgenkind aus der Offensivriege der Mannschaft von Peter Pacult an: Mikael Forssell. Aber auch der immer wieder verletzte Finne wollte nicht nach Österreich wechseln.

Am schlechtesten stehen die Karten jedoch für Jan Schlaudraff. Der ehemalige Bayern-Kicker mit Länderspielerfahrung war als großer Hoffnungsträger zu 96 gekommen - und seit Beginn dieser Saison im Abseits. In den ersten Bundesligaspielen stand er nicht einmal mehr im Kader, ein Abnehmer für das einstige Supertalent fand sich aber nicht. Eine lose Anfrage vom polnischen Europa-League-Teilnehmer Lech Posen lehnte der Dribbler ab.

Erst verletzt, dann aussortiert
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Schlimm erwischte es den ungarischen Kreativspieler Tamas Hajnal: Erst verletzte sich der BVB-Akteur im Oktober 2009 fies am Knöchel - dann wurde er nach seiner Regeneration von Trainer Jürgen Klopp ausgemustert. Zwar liebäugelte der 29-Jährige mit einem Wechsel zu Hannover 96 - die Verhandlungen kamen wenige Stunden vor dem Ende der Wechselfrist zum Erliegen. Hajnal muss vorerst in Dortmund bleiben.

Aufstiegsheld ist nicht gefragt
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Bei Bayern München hatte Markus Steinhöfer einst den Ruf als großes Talent. Eine Leihe zum österreichischen Klub Red Bull Salzburg brachte ihm den Durchbruch, er schloss sich danach Eintracht Frankfurt an. Dort geriet die Karriere des 24-Jährigen ins Trudeln.

Um den totalen Absturz zu vermeiden, verlieh Frankfurt den Außenbahnspieler vor einem halben Jahr an den damaligen Zweitligisten Kaiserslautern. Und Steinhöfer drehte auf, war maßgeblich am Aufstieg der Pfälzer beteiligt. Fest verpflichten konnten die Lauterer Steinhöfer aber nicht - er wollte sich in Frankfurt durchbeißen.

Blöd: Unter Coach Michael Skibbe hat der Freistoßspezialist immer noch kaum Chancen. In den ersten Bundesligapartien saß er auf der Tribüne, muss weiterhin auf den großen Wurf warten.

Scheichs erbarmungslos
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Nicht nur in der Bundesliga gibt es unzufriedene Spieler, die einfach keinen neuen Arbeitgeber finden. Besonders kurios entwickelt sich die Lage bei Manchester City.

Durch Finanzspritzen reicher Scheichs konnten die Citizens allein für sechs neue Star-Einkäufe sagenhafte 145,5 Millionen Euro ausgeben. Die Kehrseite der Medaille: Der Kader ist plötzlich sehr voll.

So äußerte der langgewachsene Stürmerstar Emmanuel Adebayor häufiger Wechselabsichten, ohne einen neuen Verein zu finden. Der Goalgetter aus Togo war erst zur letzten Saison nach Manchester gekommen, hatte fast 30 Millionen Euro gekostet.

Ähnlich prekär ist die Torwart-Situation bei City: Der in England geschätzte, international erfahrene Shay Given (104 Länderspiele für Irland) war mit seinem Bankwärmer-Status hinter Joe Hart nicht zufrieden - ein Transfer kam trotz starken Interesses von Arsenal London nicht zustande.

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