Die Panik nach dem Nord-Derby in Bremen: Mehrere HSV-Fans wurden am Samstagabend verletzt, einer musste sogar wiederbelebt werden.
Die Situation eskalierte nach dem Abpfiff, weil die Polizei die Bremer und die Hamburger Fans trennen wollte. Erst durften die Werder-Anhänger das Stadion verlassen. Dann wurde der HSV-Block geöffnet.
Es kam zu einem Gedränge, bei dem mehrere Personen stolperten. Andere Fans überrannten die am Boden liegenden Personen. Darunter waren auch Polizisten.
HSV-Fan M. (Name d. Redaktion bekannt) meldete sich am Sonntagmittag bei EXPRESS.DE und schildert die Szene aus seiner Sicht.
„Das Spiel endete gestern gegen 20:20 Uhr. Anschließend wurden wir (etwa 4000 Fans!!!) in einer engen Zwischenebene, die komplett eingezäunt war, bis 21:01 Uhr festgehalten (Also nicht 20 Minuten sondern 40 Minuten!). Während dieser Zeit haben viele überwiegend weibliche Fans angefangen zu weinen, konnten in der Enge nicht mehr stehen.
Die Fans (ich auch) wurden immer ungeduldiger, da es genau zwei Züge gab, die uns nach Hamburg bringen konnten: 21:29 Uhr und 22:29 Uhr. Da fast alle auf diese Züge angewiesen waren entstand Panik, da der erste Zug mittlerweile nicht mehr erreichbar war.“
Inzwischen gibt es bei YouTube ein Video, das zeigt, wie panisch die HSV-Fans versuchen den Block zu verlassen. Dabei kommt es auf der Treppe zu chaotischen Szenen. Ein Fan schreit nur „hört auf!“ Aber der Druck der nachströmenden Anhänger wird immer größer. Polizisten sind zu sehen, die Versuchen, die Masse auf der Treppe aufzuhalten.
Laut M. haben mehrere Fans im nachhinein Anzeige gegen Werder Bremen wegen Körperverletzung erstattet: „Diese Aktion seitens Werder Bremens wird von den HSV-Fans als eine reine Provokation gewertet - auf Kosten der Gesundheit der Polizisten und der Fans vor Ort. Spätestens nächstes Jahr haben wir ein zweites 'Love Parade' wenn der DFB nicht einschreitet.“
Ein weiterer Zuschauer zu EXPRESS.DE: „Es stellt sich auch die Frage warum der zweite Niedergang aus der Gästeebene verschlossen war. Ist es aus sicherheitstechnischen und bautechnischen Gründen überhaupt zulässig, nur einen Niedergang für ca. 4000 Personen zu öffnen und den anderen verschlossen zu halten?“
Die Bremer Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
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