Empfehlen | Drucken | Kontakt20.08.2010 - 15:35 Uhr

Eigentor mit Hinterkopf: Skurrile Geschichten aus 47 Jahren Bundesliga

Cottbus-Torwart Tomislav Piplica bugsierte 2002 einen Ball per Hinterkopf ins eigene Netz.
Cottbus-Torwart Tomislav Piplica bugsierte 2002 einen Ball per Hinterkopf ins eigene Netz.
Foto: AP

Anstoß fürs große Theater! Die 48. Bundesliga-Saison startet: Endlich haben die Wochenenden auch Höhepunkte. Spiele, Tore, Punkte und noch viel mehr wunderbare Geschichten, über die jeder redet. Die Bundesliga bringt es. 18 Bühnen, rund 450 Stars, Millionen Träume von Nicht-Abstieg bis Meisterschaft.

Als kleinen Vorgeschmack serviert EXPRESS unvergessene Anekdoten und Fakten, die Lust auf die neue Saison machen.

Anekdoten und Fakten aus 47 Jahren Bundesliga:
Liebling Bundesliga – eine Idee aus Köln!

Franz Kremer (1906-1967) war Präsident des 1. FC Köln und entwickelte gemeinsam mit Hermann Neuberger, damals Präsident des Saarländischen Fußballverbandes, die Idee einer Bundesliga. Los ging's am 24. August 1963.

Apropos 1. FC Köln:

Der spielte in Weiß, wurde international nur mit Real Madrid verglichen und wurde erster deutscher Meister. Na, das waren noch Zeiten!

1200 Mark:

Das war die festgelegte Höchstgrenze fürs Gehalt. Selbst Stars hatten nebenbei Lotto-Annahmestellen, Tankstellen, Kneipen. Und heute? Wer halbwegs gerade schießt, wird Millionär. Michael Ballack kassierte angeblich mal eine halbe Mio pro Monat!

Nur 827 Zuschauer:

In der ersten Saison kamen 5,9 Mio Zuschauer, zuletzt 12,8 Millionen (Schnitt: 41 802). Einmal, im Januar 1966, verliefen sich 827 zahlende Zuschauer bei Tasmania Berlin gegen Mönchengladbach. Negativrekord.

Mythos 15.30 Uhr:

Samstags zu dieser Zeit ist Bundesliga. Das ist längst nicht mehr so und war nicht immer so. Anpfiff war anfangs um 17 Uhr, und die erste TV-Sportschau kam auch erst am 3. April 1965.

Der Pechvogel im Tor:

Andreas Köpke stieg sechsmal ab – heute ist er Bundestorwarttrainer.

Die kurioseste Verletzung:

Abwehrstar Friedel Rausch hatte ja Biss. Schäferhund-Rüde Rex noch mehr. Er biss dem Schalker 1969 ausgerechnet in Dortmund ins Gesäß!

Das Tor, das die Geschichte veränderte:

Herbert Laumen fiel im April 1971 ins Tor des Gladbacher Bökelbergs. Der Holz-Pfosten brach. Der Fohlen-Star wurde unfreiwilliger Geburtshelfer der Alutore.

Die armen Tiere:

Als Sepp Maier noch im Bayern-Tor stand, jagte er auf dem Platz eine Ente! Noch schlimmer das Schicksal der Kängurus. Ihre Haut wird seit 1966 (!) in einem Fußballschuh vernäht.

Sonnyboy ohne Nerven:

Jürgen Klinsmann zerstörte mit einem Tritt eine Werbetonne, nachdem Trainer Giovanni Trapattoni (der mit dem „Ich habe fertig“) ihn bei Bayern ausgewechselt hatte.

Das Spiel dauert 32 Minuten:

Exakt nach dieser Zeit pfiff Schiri Wolf-Dieter Ahlefelder in Bremen mal zur Halbzeit. Der Lebemann mit Pfeife trank vorm Spiel gerne „Pilsken“.

Die herrlichsten Fan-Plakate:

Auf Schalke gab's zur Zeit des sauren Regens mal ein Plakat: „Der Wald stirbt, die Tanne steht.“ Tanne war der Spitzname des Spielers Klaus Fichtel.

Das lustigste Eigentor:

Cottbus-Torwart Tomislav Piplica bugsierte 2002 einen Ball per Hinterkopf ins eigene Netz.

Wie der Fußball modern wurde

Als die Bundesliga startete, war die Menschheit noch nicht auf dem Mond und das Traumauto hieß Käfer. Dementsprechend moderner ist Fußball heute.

Beispiel Ball: Damals Naturleder, mit Schweineblase gefüllt, bei Regen schwer wie Blei. Der heutige Ball „Torfabrik“ ist aus Kunststoff, wiegt immer konstant 440 Gramm.

Beispiel Trikots: 1963 Leibchen aus Baumwolle, die bei Regen einliefen. Ohne Reklame! Heute aus atmungsaktivem Polyester, mit Namen und Werbung beflockt.

Beispiel Anzeigetafel: Früher hingen Kinder die Tafeln mit Spielständen auf, heute Videowürfel.

Beispiel Stadien: Hießen früher Glückauf-Kampfbahn oder so. Und heute sagt man: „Komm, wir gehen in die Easycredit-Arena oder den Signal-Iduna-Park.“

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