Empfehlen | Drucken | Kontakt11.03.2010 - 11:15 Uhr

Macho-Manager Rudi Assauer: Schwule sollen sich anderen Job suchen

Von THOMAS GASSMANN
Manager-Macho mit Zigarre: Rudi Assauer.
Manager-Macho mit Zigarre: Rudi Assauer.
Foto: Getty Images
Köln –  

Manager-Legende. Macho mit Zigarre. Rudi Assauer (65) - ein echter Kerl aus Schrot und Korn. Frauenversteher.

Was sagt so ein Mann zum seit Wochen tobenden Sex-Skandal zwischen dem einstigen Schiri-Sprecher Manfred Amerell und Referee Michael Kempter, in dem täglich neue, schlüpfrige Einzelheiten zutage treten?

Das EXPRESS-Interview mit dem einstigen Macher von Schalke 04.

Das komplette Interview mit Rudi Assauer
Herr Assauer, wir wollen mit Ihnen über den Sex-Skandal reden.

Oh je. Haben Sie denn keine eigene Meinung?

Doch, schon.

Das ist wirklich keine schöne Geschichte. Klar ist: Sie schadet dem deutschen Fußball, diese Sache wird in die Annalen eingehen. Und es wird bei diesem Rosenkrieg keinen Gewinner sondern nur Verlierer geben.

Manfred Amerell hat ein Tabu gebrochen. Erstmals hat jemand im Fußball zugegeben, dass er bisexuell ist...

Das war ein schöner Hammer.

Haben Sie in Ihrer Karriere als Spieler und Manager nie einen schwulen Fußballer kennen gelernt?

Nein, nie! Als ich noch in Bremen war, hörte ich, dass unser Masseur schwul ist.

Und? Was haben Sie gemacht?

Ich bin zu ihm gegangen und habe ihm gesagt: Junge, tu mir einen Gefallen - such Dir einen neuen Job.

Haben Sie etwas gegen Homosexuelle?

Nein. Überhaupt nicht. In anderen Sportarten mag das vielleicht gehen, aber im Fußball funktioniert das nicht.

Wie kommen Sie denn darauf?

Weil die, die sich outen, plattgemacht werden. Von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion. Diese Hetz-Jagd sollte man ihnen ersparen.

Was würden Sie einem Spieler sagen, der sich zu seiner Homosexualität bekennt?

Ich würde ihm sagen: Du hast Mut gezeigt. Aber suche Dir etwas anderes.

Sie würden nicht an die Öffentlichkeit gehen?

Ich würde das Thema nicht offensiv angehen. Man sieht ja an dem jetzigen Skandal, was passiert. Herr Amerell kann sich nicht mehr auf die Straße trauen, Herr Kempter wird wohl nie mehr ein Spiel pfeifen und der vormals exzellente Ruf des DFB ist schwer beschädigt.

Wird DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger über diese Affäre stolpern?

Ich schätze Herrn Zwanziger. Er hat gute Arbeit geleistet, unter seiner Ägide ist der deutsche Fußball vorangekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er darüber stürzen wird.

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