Einen Tag nach der Dauerfehde auf dem Platz hat Angreifer Aristide Bancé vom FSV Mainz 05 seinen Frankfurter Gegenspieler Maik Franz mit Rassismus-Vorwürfen überhäuft.
"Er hat mich das ganze Spiel über provoziert, hat mich übelst beschimpft, meinen Vater, meine Mutter beleidigt. Er hat mich als "dreckigen Neger" bezeichnet", sagte der Profi aus Burkina Faso in der SWR-Fernsehsendung "Flutlicht" am Sonntag.
Eintracht-Abwehrspieler Franz, der mit Bancé beim 2:0 in der Bundesliga-Partie aneinandergeraten war, wehrte sich vehement.
"Ich weise das ganz klar von mir. Das entspricht nicht meinen ethischen und moralischen Vorstellungen", sagte der Ex-Karlsruher nach Vereinsangaben vom Sonntag.
Nach dem Abpfiff in der Commerzbank Arena hatte Franz die Siegerfaust geballt, Bancé reckte frustriert den Mittelfinger in die Höhe: Nach einem emotionsgeladenen Rhein-Main-Derby hatte der Frankfurter zunächst Grund zur Freude.
Dem Mainzer Stürmer droht nachseinem Aussetzer hingegen ein Nachspiel durch den DFB-Kontrollausschuss. "Ich habe überhaupt keine Angst vor einer Strafe, weil ich nichts gemacht habe. Er war es, der etwas Schlimmes getan hat", sagte Bancé am Sonntag. Franz wiederum "findet es nicht gut, dass Aristide Bancé nun so etwas erzählt".
"Das war ein geiles Spiel", fasste Franz das 2:0 (1:0) seiner Frankfurter Eintracht gegen den aufstrebenden Nachbarn zusammen. Wann immer es in den spielerisch armen, stets aber temperamentvollen 90 Minuten irgendwo auf dem Platz hektisch wurde - der 28-Jährige war mittendrin.
Bancé, Milorad Pekovic, Chadli Amri - sie alle nahmen es mit Franz auf. Am Ende lachte aber nur der Frankfurter Abwehrrecke, der seinem Namen als Raubein der Liga wieder einmal alle Ehre machte. "Ich rede grundsätzlich nicht über Spieler des Gegners", sagte der Mainzer Coach Thomas Tuchel. Doch wer dem jüngsten Trainer der Bundesliga bei diesen Worten in die Augen schaute, der wusste: In Tuchel brodelte es, wie es in allen Mainzer Spielern und Verantwortlichen kochte.
Neben der aus ihrer Sicht unnötigen Niederlage, die eine stolze Serie von zuvor fünf ungeschlagenen Partien beendete, ärgerten sich die Gäste besonders über Franz und Schiedsrichter Felix Brych. Der Referee schickte FSV-Spieler Amri Mitte der zweiten Halbzeit nacheinem harmlosen Foul im Mittelkreis mit Gelb-Rot vom Feld (68. Minute), auch weil Franz den Feldverweis vehement gefordert hatte. "Seit heute weiß ich, warum die ganze Liga so über ihn redet", sagte FSV-Manager Christian Heidel. "Das war mehrmals grenzwertig."
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