Cardiff – Das Ende der großen Torkrise? Das Ende des Minuten-Zählens? Mario Gomez lachte, wirkte irgendwie befreit.
Die Teamkollegen kamen nach dem 2:0 auf den Stürmer zu, gratulierten ihm. Und die mitgereisten deutschen Fans skandierten seinen Namen. Dabei hatte Gomez selbst gar nicht getroffen. Schon kurios...
Nach schöner kämpferischer Einzelleistung hatte der Stuttgarter in der 48. Minute in den Strafraum gepasst – und ein gewisser Waliser namens Ashley Williams bugsierte ohne Not das Leder ins eigene Tor.
Egal, dachte sich wohl Gomez und freute sich über sein „halbes Tor“. „Ein Tor für uns - egal wie. Das zählt. Aber das muss man mir nicht gutschreiben, das war ein klares Eigentor“, befand Gomez.
Gomez - er rieb sich auf, versuchte sich aus der Umklammerung der Gegenspieler zu lösen. Doch er war oft allein auf weiter Flur - und bleibt glück- und torlos in der Nationalmannschaft. „Wer arbeitet, wird noch mal belohnt“, wollte Gomez aber nicht lamentieren.
Nein, ein Profiteur der Taktik-Umstellung war der Stuttgarter nicht. Bundestrainer Löw hatte den 23-Jährigen als einzige Spitze aufgeboten. Als diese musste er sich oft gegen drei Waliser wehren.
„Gomez als einzige Spitze - das wird ihm guttun. Da hat er Platz“, glaubte TV-Experte Günter Netzer vor dem Anpfiff zu wissen. Das war nicht der Fall.
Gomez ist nun schon 733 Minuten ohne Tor im DFB-Trikot. Letztmals traf der Angreifer (per Doppelpack) am 26. März 2008 in der Schweiz (4:0). Ein Stürmer-Drama.
Am Mittwoch versuchte er wieder, diese Flaute zu beenden. In der 32. Minute schoss Gomez knapp am Tor vorbei. Löw verzog die Miene, litt mit dem Stürmer, der in der 88. Minute die letzte Chance vergab: Sein Schuss ging über das Tor.
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